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Innsbruck – Banal, aber wichtig. 4. März 2014

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Innsbruck.
Wer in der Altstadt früh muss,
der hat Verdruss.

Eröffnet wurde es mit Pauken und Trompeten und noch mehr.
Gefeiert wurde es vor Zeit mit stadtsenätlicher und touristischer Prominenz.
Handwaschung nach der Verrichtung samt Gesichtbad für die Presse.
Die Rede ist von einem öffentlichen WC im Parterre des Innsbrucker Stadtturmes in der Altstadt, einer Einrichtung für die dringenden Bedürfnisse an Verrichtungen der Menschen.
Das Wichtigste scheinen dort die Öffnungszeiten zu sein, die darauf hinweisen, dass die Stadtführung von Innsbruck nicht annimmt, dass Menschen schon vor zehn Uhr ein Bedürfnis nach Erleichterung haben. Von den Abendstunden ganz zu schweigen.
Das Wichtigste dortselbst, am Ort des Örtchens ist aber der innerhalb von rund acht Metern insgesamt sechs Mal angebrachte Hinweis „Tickets“ mit Pfeil zu einem erst am späteren Vormittag besetzten Schalter, an dem es die Eintrittskarten für das Häusel gibt.
Es scheint sich also bei der gelbgrünroten Stadtregierung und dem hochwohllöblichen Tourismusverband noch nicht herumgesprochen zu haben, dass es menschliche Situationen gibt, in denen man gelb, grün oder rot, je nach Drang, herumirrt, auf der Suche nach dem Örtchen, das der Ort schlechthin ist, in manchen Situationen. Und zu jeder Tageszeit.
Ach ja.
50 Cents kostet das Ticket für den Eintritt in die Örtchen mit den Muscheln.
Diese 50 Cents kriegt man, wenn man in der Altstadt, beispielsweise, Muscheln konsumiert, wieder gut geschrieben.
Nur bis zu den Öffnungszeiten dauert es . . .
Und es gibt keine Büsche in der Altstadt.
Nur ein WC, bei dessen Eröffnung es ein Brimborium gab, als gäbe es kein Morgen.
Man hat halt nur vergessen, dass manche Feiern und Aktionen manchmal in die Hose gehen können.
Doch das ist eine andere Geschichte . . .
(Winfried Werner Linde)
Winfried Werner Linde

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Land der Jodeltodel I 15. September 2010

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Tirol: Ein Speichersee in 2.900 Metern für die Beschneiung von Pisten am Gletscher und vielleicht auch bis ins Tal. Tatort: Ötztal.
Tirol: Am Obernberger See, einer der letzten Idyllen des Landes, einem Erholungsparadies mitten im Naturraum, ist ein Wellness-Zentrum samt Hotel geplant. Inklusive Bunkerzimmer, unterirdisch. Tatort: Obernberger Tal nächst des Brenners.
Tirol: Am Hügel der Europakapelle am Südende der Europabrücke, auf dem das sakrale Bauwerk steht, geplant von der Architekten-Legende Hubert Prachensky, mit den ebenso legendären wie faszinierend monumentalen und verinnerlichten Fresken von Karl Plattner, hat die Tirol-Werbung ihren Schriftzug angebracht. Tirol steht da, ebenso lapidar wie läppisch und unpassend, obwohl das Logo ja von einem der Besten des Landes, Artur Zelger, stammt. Eine Landschaftsverstümmelung Marke Tirol-Unkultur. Tatort: Schönberg.
Tirol: Bei der Einfahrt nach Tirol aus Richtung Deutschland an der Grenze Kufstein-Kiefersfelden prangt ein Schild mit dem ebenso dümmlichen wie antiquierten Gender-Spruch: Grüß Göttin. Ein Kunstwerk, angeblich, lila natürlich, ein Zeichen des Niederganges der Kulturförderung, gedacht angeblich als Alternative zum Gedenkjahr 2009 und dem damit verbundenen martialischen Schützentum. Tatort: Kufstein.
Tirol: Bei der Bergpredigt-Schnulzerei des Oberwedlers Hans Hinterseer, vor allem bekannt durch Herzschmerz-Scheinwelten und seine Moonboots aus Fell, versammeln sich 10.000 und 10.000 und schluchzen sich ins eigene Vergessen der Realität und damit in einen faschistoiden Zustand des Jubels über einen Jesus-Hansi der Berge. Die Tirol-Werbung und die Polit-Führer wählen den HaHi als Botschafter des Landes Tirol. Tatort: Kitzbühel.

Tirol: Die grandiosen Techniker der Unterinntal-Trasse, sprich die Maulwürfe der Bahn, zerstören bei ihrem Höhlen-Bohren die Heilquelle von Bad Mehrn ohne mit der Wimper zu zucken. Was kümmern einen Bahnplaner schon Jahrhunderte, in denen das Wasser zu einer Art von heiliger Quelle wurde? Dann fassen sie, angesichts der Fassungslosigkeit der Menschen die Quelle wieder und lassen sie wieder sprudeln. Jetzt muss das ganze Procedere über die Untersuchung des Heilwassers von vorne beginnen (für die Quellen-Besitzer, die das Wasser allen natürlich gratis zur Verfügung stellten) und stellt die Quellen-Besitzer vor ein wirtschaftliches Problem. Von Abfertigungen und Schadenszahlung keine Rede. Bahnmacht gegen Menschlein. Tatort: Brixlegg.

Das sind (vorerst einmal) sechs Beispiele.
Tirol isch lei oans. Leider auch in diesen Fällen.
Fortsetzung folgt. Die Themen liegen nur so im Land herum, überall, auf den Autobahnen wie in den Tälern.
Tirol isch lei oans. Auch im geistigen und politischen Dahinsiechen.