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Zu einigen dieser Meldungen. Eine wichtige Information. 11. Dezember 2013

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Zur Information über . . .
Sprachlosigkeit, Psychische und Physische Gewalt, Medien, Unschuldsvermutung.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Nicht nur.
Geschändete Unschuld ist keine Vermutung, sondern ein Grauen.
Winfried Werner Linde

Zur Information:

Aufruf an Opfer sexualisierter Gewalt!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Aus Anlass des Internationalen Tages der Menschenrechte erlaube ich mir, als rechtliche Vertretung des Österreichischen Bürgers Herbert Szlezak auf einen Prozess des Landesgerichtes für Zivilrechtsachen Wien aufmerksam zu machen.

In diesem Prozess, der zu der Geschäftszahl 27 Cg 15/12t geführt wird, geht es darum, dass die „Kongregation der Brüder der christlichen Schulen“ als unwahre Veröffentlichung gerichtlich bestätigt haben wollen, dass „…seit Jahrzehnten Kinder in Einrichtungen des Ordens der Schulbrüder in Wien Strebersdorf organisiert vergewaltigt und sexuell ausgebeutet“ worden seien.

Weiters will diese Kongregation, dass als unwahr gerichtlich festgestellt wird, dass es sich bei den meisten dieser Täter „…um Serientäter (handeln würde), die im Laufe der Jahre immer wieder Kinder“ missbraucht hätten.

Überdies beantragte die Kongregation, dass das Gericht als unwahr feststellen möge, dass man davon ausgehen müsse, „…dass zumindest ein Teil dieser Täter heute noch sexuell aktiv (wäre) und deshalb eine potentielle Gefahr für jedes in Strebersdorf untergebrachte Kind“ darstellen würde.

Schließlich stellte die Kongregation den Antrag, dass das Gericht als unwahr festzustellen hätte, dass „…die meisten der genannten Täter…immer noch in unterschiedlichen Funktionen in den Einrichtungen der Schulbrüder“ beschäftigt wären.

In der Beilage finden Sie illustrativ einen Beitrag, der im Kurier am 07.07.2010 auf Seite 17 erschienen war und unter „Missbrauch. Der lange Leidensweg des Manuel N. Geistliche sollen einen Elfjährigen mehrfach vergewaltigt haben. Die Schulbrüder dementieren.“ übertitelt wurde.

Dieser Aufruf richtet sich deshalb an Opfer sexualisierter Gewalt weltweit, da nur das Gelingen des Wahrheitsbeweises meinen Klienten, den Österreichischen Bürger Herbert Szlezak in die Lage versetzen könnte, dass die gegen ihn durch die Kongregation der Brüder der christlichen Schulen erhobene Klage abgewiesen werden könnte.

Wenn es also Personen gibt, die bereit sind, öffentlich über ihre Misshandlung in einer der Einrichtungen dieses Ordens zu sprechen, mögen sich diese in der Rechtsanwaltskanzlei unter der unten angeführten Adresse mit einem „witness statement“ melden. Relevante Dokumente sind ebenfalls willkommen. Verwiesen ist in diesem Zusammenhang auf die einschlägigen Bestimmungen, die von der Europäischen Union in Bezug auf die Grundrechte niedergelegt wurden, die als Werte gelten, die das Fundament der EU bilden und die den sozialen Zusammenhalt und eine nachhaltige menschliche Entwicklung fördern sollen. Kinder und schutzbedürftige Erwachsene sind nach international anerkannten Berichten (unter anderem der SNAP – Survivors Network of those Abused by Priests) oft Vorurteilen, Intoleranz, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt, wenn sie Opfer von Vergewaltigung, sexueller Gewalt und/oder Folter wurden. Es sollte unser aller Anliegen werden, dass der Schutz der Grundrechte für diese Betroffenen von Gewalt zu gewährleisten ist und ihre Situation zu verbessern ist.

Mit der Bitte um Weiterleitung an entsprechende Zivilgesellschaften und Opferschutzorganisationen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Vera Weld

Mag. Dr. Vera Weld

Rechtsanwältin

Stephansplatz 10/5.2

A-1010 Wien, Österreich

email: weld@vera-weld.com

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Kirche: Katakombenbrief 1965 14. Januar 2011

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Aus gegebenem Anlass und zur Erinnerung:

KONZILSVÄTER
KATAKOMBENPAKT
Für eine dienende und arme Kirche
16. November 1965
Die dreizehn Selbstverpflichtungen einer Gruppe von Bischöfen auf dem Zweiten
Vatikanischen Konzil (vgl. CONCILIUM 10/1974)
Als Bischöfe,
. die sich zum Zweiten Vatikanischen Konzil versammelt haben;
. die sich dessen bewusst geworden sind, wie viel ihnen noch fehlt, um ein dem
Evangelium entsprechendes Leben in Armut zu führen;
. die sich gegenseitig darin bestärkt haben, gemeinsam zu handeln, um nicht als
Eigenbrötler und Selbstgerechte dazustehen;
. die sich eins wissen mit all ihren Brüdern im Bischofsamt;
. die vor allem darauf vertrauen, durch die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
sowie durch das Gebet der Gläubigen und Priester unserer Diözesen bestärkt zu
werden;
. die in Denken und Beten vor die Heilige Dreifaltigkeit, vor die Kirche Christi, vor die
Priester und Gläubigen unserer Diözesen hintreten;
nehmen wir in Demut und der eigenen Schwachheit bewusst, aber auch mit aller
Entschiedenheit und aller Kraft, die Gottes Gnade uns zukommen lassen will, die
folgenden Verpflichtungen auf uns:
1. Wir werden uns bemühen, so zu leben wie die Menschen um uns her
üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was
sich daraus ergibt (vgl. Mt. 5,3; 6,33-34; 8,20).
2. Wir verzichten ein für allemal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich
reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende
Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall -weder Gold
noch Silber- gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium
entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).
3. Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen
über Bankkonten verfügen; und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den
Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt
6,19-21; Lk 12, 33-34).
4. Wir werden, wann immer dies möglich ist, die Finanz- und Vermögensverwaltung
unserer Diözesen in die Hände einer Kommission von Laien legen, die sich ihrer
apostolischen Sendung bewusst und fachkundig sind, damit wir Hirten und Apostel
statt Verwalter sein können (vgl. Mt 10,8; Apg 6,17).
5 Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen
angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum
Ausdruck gebracht werden. (Eminenz, Exzellenz, Monsignore…). Stattdessen wollen
wir als „Padre“ angesprochen werden, eine Bezeichnung, die dem Evangelium
entspricht. (vgl. Mt 20, 25-28; 23,6-11; Joh 13, 12-15)
6. Wir werden in unserem Verhalten und unseren gesellschaftlichen Beziehungen
jeden Eindruck vermeiden, der den Anschein erwecken könnte, wir würden Reiche
und Mächtige privilegiert vorrangig oder bevorzugt behandeln (z. B. bei
Gottesdiensten und bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, als Gäste oder
Gastgeber) (vgl. Lk 13,12-14; 1 Kor 9, 14-19).
7. Ebenso werden wir es vermeiden, irgendjemandes Eitelkeit zu schmeicheln oder
ihr gar Vorschub zu leisten, wenn es darum geht, für Spenden zu danken, um
Spenden zu bitten oder aus irgendeinem anderen Grund. Wir weren unsere
Gläubigen darum bitten, ihre Spendengaben als üblichen Bestandteil in Gottesdienst,
Apostolat und sozialer Tätigkeit anzusehen (Vgl. Mt 6, 2-4;
Lk 15,9-13; 2 Kor 12,4)
8. Für den apostolisch-pastoralen Dienst an den wirtschaftliche Bedrängten,
Benachteiligten und Unterentwickelten werden wir alles zur Verfügung stellen, was
notwendig ist an Zeit, Gedanken und Überlegungen, Mitempfinden oder materiellen
Mitteln, ohne dadurch anderen Menschen und Gruppen in der Diözese zu schaden.
Alle Laien, Ordensleute, Diakone und Priester, die der Herr dazu ruft, ihr Leben und
ihre Arbeit mit den Armgehaltenen und Arbeitern zu teilen und so das Evangelium zu
verkünden, werden wir unterstützen. (vgl. Lk 4,18; Mk 6,4; Apg 18,3-4; 20,33-35; 1
Kor 4,12; 9, 1-27).
9. Im Bewusstsein der Verpflichtung zu Gerechtigkeit und Liebe sowie ihres
Zusammenhangs werden wir daran gehen, die Werke der „Wohltätigkeit“ in soziale
Werke umzuwandeln, die sich auf Gerechtigkeit und Liebe gründen und alle Frauen
und Männer gleichermaßen im Blick haben. Damit wollen wir den zuständigen
staatlichen Stellen einen bescheidenen Dienst erweisen.
(vgl. Mt 25,31; 25,46; Lk 13,12-14; 33,34).
10. Wir werden alles dafür tun, dass die Verantwortlichen unserer Regierung und
unserer öffentlichen Dienste solche Gesetze, Strukturen und gesellschaftlichen
Institutionen schaffen und wirksam werden lassen, die für Gerechtigkeit, Gleichheit
gesamtmenschliche harmonische Entwicklung jedes Menschen und aller Menschen
notwendig sind. Dadurch soll eine neue Gesellschaftsordnung entstehen,die der
Würdes der Menschen- und Gotteskinder entspricht.
(vgl. Apg 2,44-45; 4,32-35; 5,4; 2 Kor 8 und 9; 1 Tim 5,16).
11. Weil die Kollegialität der Bischöfe dann dem Evangelium am besten entspricht,
wenn sie sich gemeinschaftlich im Dienst an der Mehrheit der Menschen -zwei Drittel
der Menschheit- verwirklicht, die körperlich, kulturell und moralisch im Elend leben,
verpflichten wir uns:
– Gemeinsam mit den Episkopaten der armen Nationen dringende Projekte zu
verwirklichen, entsprechend unseren Möglichkeiten.
– Auch auf der Ebene der internationalen Organisationen das Evangelium zu
bezeugen, wie es Papst Paul VI. vor den Vereinten Nationen tat, und gemeinsam
dafür einzutreten, dass wirtschaftliche und kulturelle Strukturen geschaffen werden,
die der verarmten Mehrheit der Menschen einen Ausweg aus dem Elend
ermöglichen, statt in einer immer reicher werdenden Welt ganze Nationen verarmen
zu lassen.
12. In pastoraler Liebe verpflichten wir uns, das Leben mit unseren Geschwistern in
Christus zu teilen, mit allen Priestern, Ordensleuten und Laien, damit unser Amt ein
wirklicher Dienst werde. In diesem Sinne werden wir
– gemeinsam mit ihnen unser Leben ständig kritisch prüfen;
– sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen, so dass wir vom Heiligen Geist
inspirierte Animateure werden, statt Chefs nach Art dieser Welt zu sein;
– uns darum bemühen, menschlich präsent, offen und zugänglich zu werden;
– uns allen Menschen gegenüber pffen erweisen, gleich welcher Religion sie sein
mögen. (vgl. Mk 8,34-35; Apg 6,1-7; 1 Tim 3, 8-10).
13. Nach der Rückkehr in unsere Diözesen werden wir unseren Diözesanen diese
Verpflichtungen bekanntmachen und sie darum bitten, uns durch ihr Verständnis,
ihre Mitarbeit und ihr Gebet behilflich zu sein.
Gott helfe uns, unseren Vorsätzen treu zu bleiben.
Übersetzung aus dem Spanischen: Norbert Arntz

Einfach zum Nachdenken 15. März 2010

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In aller Kürze:

Die Diskussion über das derzeitige Schweigen des Papstes zu den weltweiten Vorgängen um den Missbrauch von jungen Menschen durch Priester und andere Exponenten der katholischen Kirche hat Dimensionen erreicht, die selbst den Nachfolger Petri endlich zu einer Wortspende der Nächstenliebe hinreißen müsste. Seine Ausführungen vor Jahren genügen nicht mehr.

Ich möchte darauf hinweisen, dass es in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen nun endlich einen Dialog zwischen Exponenten der Kirche und den Opfern gibt. Und um diese, nur um diese, geht es.

Schweigen fördert die Vertiefung von seelischen Schäden, Schweigen fördert die Bitterkeit, Schweigen fördert die Nachahmer, Schweigen fördert die Voyeure, die gierig auf Details lauern und Schweigen zerstört die personelle Solidarität innerhalb der Kirche. Diese wird auch mit Liebe Deinen Nächsten beschrieben.

In  diesem Zusammenhang möchte ich auf den Blog von Alexandra Bader verweisen.

Ihm ist an und für sich nichts hinzuzufügen.

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1531

Auf die weitere Entwicklung darf man sehr gespannt sein: Es geht um Menschen, die getreten wurden, missbraucht und seit Jahrzehnten oder seit kurzem darunter leiden. Und es geht um jede Form der Gewalt, überall auf der Welt. Missbrauch, sexuelle Ausbeutung, familiäre Gewalt – das sind Gesellschaftskrankheiten und Unmenschlichkeiten unserer Zeit.

Mit Schweigen ist da nichts zu machen. Wir brauchen nämlich ein neues Bewusstsein in der Gesellschaft, das nicht zum Wegschauen, sondern zum Nein-Sagen führt.

Winfried Werner Linde