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Dada oder der Geist der Stadt. Eine Besichtigung. Wörterfetzen. 19. August 2015

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Dada. Wörterfetzen in der Stadt.

Kinder gehen vorbei.
Es ist kühl im Garten.
Sie singen: Es rauschet die Mühle am ratternden Bach.
Alle lachen.
Es herbstelt, sagt eine Dame im Vorübergehen.
Sie schüttelt den Kopf.
Die Kinder: Das Wasser das rattert da
zur rauschenden Mühle und mahlet das neue Korn.
Sie lachen wieder.
Verkehrte Welt am lauten Verkehr,
sagt ein alter Mann und schüttelt sein Philosophenhaupt.
Wir sind die Moorsoldaten, erinnert sich eine Bettlerin am Eck.
Autos hupen. Motorräder dröhnen.
Die Karawane der Stadtbewunderer zieht weiter.
Wo ist das golden roof?
Gott die Erde erschuf, behauptet ein Zeuge Jehovas.
Es ist kühl. Kühler als vor vier Tagen.
Schnupfenzeit im Hot pant.
Wir lagen vor Madagaskar – nein!!!
Im Kreuzfahrtschiff bei Kos.
Heute ist wieder nichts los.
Kino und Oper.
Zeltfest und Tanz.
Hans H. ist überall.
Bier saufen im kleinen Café am Eck.
Wir müssen hier lang,
sagt ein Mann zu seiner Familie.
Es rauschet die Mühle . . .
Nach rechts.
Nein. Nach links.
Egal wohin.
Dada lebt.
Dada schuf Gott und die Welt,
auf dass alle darüber schweigen.
Krimi lesen.
Krimi im TV schauen.
Im Smartphone chatten.
Lieber Elvis, komm zu mir,
mach einen echten Starken aus mir.
Es war, als hätt‘ der Himmel – was?
Wir gehen auf ein Shakes-Beer.
Cheers.
Bittä einen Euro.
Oder Cents.
Oder nichts.
Wegschauen.
Die Mühle rauschet noch immer im Alltag
des ratternden Baches.
Wir sind die Menschheit auf dem Weg zum Shakes-Beer.
Prost. Mahlzeit. Hunger.
Ars moriendi.
Ars vivendi.
Geschüttelt, nicht gerührt.
GLS bringt ein Paket neuer Wünsche.
Es rauschet die Mühle.
Ein Tourist studiert mit Begleiterin die Speisekarte,
die auf einer Tafel vor dem Gasthaus-Eingang steht.
Haben die auch Tiroler Klöße?
Weiß nicht.
Der Wunsch ist immer der Vater der Gedankenlosigkeit.
Wir lagen vor Kos.
Wir lagen im Lager.
Es rauschet die Mühle.
Es klappern die Zähne.
Ein T-Shirt gegen die kühle Luft.
Mag nimmer, sagt ein Kind.
Es rauschet die Mühle, so singen die anderen.
Die Karawane der Smartphones zieht weiter
in die Sprachlosigkeit.
Ein Smiley für die Liebe, oder was sonst?
Der Ausweg liegt in der rauschenden Mühle
am klappernden Bach.
Perry Rhodan ist wieder gekehrt,
auf dass er Eistee trinke,
geschüttelt und nicht gerührt.
Es rattert der Bach an der rauschenden Mühle.
(Dada lebt. WWL)

Dada. Opernball, Lollo. 3. Februar 2013

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Der Opernball (nach Gustav Schwab „Das Gewitter“)

Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
In Lugners Loge versammelt sind;
Es lächelt das Kind, der Mörtel sich bückt,
die Lollo, sie spinnet, mit Schminke bestückt.
Sie sitzt vorne, ganz vorne, blickt ins Gewühl,
Wie wehen die Schampus-Düfte so kühll!

Das Kind spricht: „Ich möchte aufs Tanzparkett,
Ich finde die jungen Männer so nett,
Wie will ich shaken und kreisen so toll,
im Gewühl da fühl ich mich wirklich wohl.
Dem Jungen, da drunten, dem bin ich hold.“
Hört ihrs, wie der Mörtel grollt?

Die Mutter spricht: „Morgen ist auch noch ein Tag,
Da feiern wir alle ein echtes Gelag,
Ich jauchze, zieh an mein schönstes Kleid,
wenn ich nicht tanze, tut mir das wenig leid.
Es glänzet an Lollos Finger das Gold.
Hört ihrs, wie der Mörtel grollt?

Lollo spricht: „Morgen ist neuer Tag“
Lollo hat heute Freudentag,
Sie genießet das Mahl, sie bekleckert ihr Kleid,
Sie eilet zum Orte, zu dem es nicht weit;
Rein kommt sie zurück, sie es sein sollt! –
Hört ihrs, wie der Mörtel grollt?

Lollo spricht: „Morgen ist Feiertag,
Am liebsten ich niemals sterben mag:
Ich kann zwar nicht singen und scherzen mehr,
Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer,
Doch so ein Leben mir immer gefällt.“ –
Seht ihr, wie der Foto-Blitz dort fällt?

Die Fernseh-Reporter betreten die Loge,
der Mörtel führt sich auf wie der Doge.
Es flammet die voll Scheinwerferlicht.
Die Lollo berührt das alles nicht.
Sie blickt kurz auf und lächelt leise:
Ein Reporter rufet: Wie ist sie doch weise.
Und weil sich wieder alle trollen,
hören sie den Mörtel nicht mehr grollen. , , ,
Winfried Werner Linde

Radioprogramm des Senders Immerfroh aus Tirol 28. Oktober 2012

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Dada-Radioprogramm des Tarrola Senders Immerfroh:

6 Uhr: Grüß Göttin in Tirol – mit einer Sonderreportage: So bereiten Tirols Frauen das Frühstück für die Männer, Wetterbericht, gesponsert von der Tirol-Werbung. Musik von der Heimatgruppe: Ziga-zaga-Zechenkas. Satelliten-Schaltung zu Buddin in Sotschi: So sehr bin ich mit dem Karl befreundet.

8 Uhr: Handy-Online mit Gewinnspiel: TirolerInnen telefonieren sich zsamm, was sie zu Mittag kochen sollen. Pizza oder Kebap? Voting.

Dazwischen Psycho-Tipps: Was tun, wenn sich Männer und Freundinnen  in Widersprüche verwickeln? Bange Fragen über echte und unechte Überstunden und andere Sonderausfälle bei Ausritten.

Live-Einstiege: Hausmänner unter sich. Mit einem Beitrag aus dem Stammbeisl: Stets bereit zu neuen Taten mit der Burgl.

11 Uhr: Neues aus dem Landhaus – Hofberichterstattung, gesponsert von der Tiwag und der Hypo, abwechselnd. Sonder-Report: Mehr Kohle – der Wunschzettel der Parteien, Interviews mit den Vorsitzenden. Die Sendung ist gesponsert von den Agrargemeinschaften.

Live-Einstieg aus dem Innsbrucker Stadtsenat: Die Verwaltung und Regierung übersiedelt in den Pema-Turm, weil die Tété dort näher ist.

12 Uhr: Mittags-Rotzglocken – Die Heimkehr der Volksschüler, mit Spezial-Report und ExpertInnen-Runde: So hole ich mein Kind richtig vom Kindergarten ab. Voting: Mittagsschlaf oder nicht? Anrufen erlaubt.

Dazwischen Live-Einblendung von der Diskussion mit St.Rache: So vermittle ich auch Asylwerbern Heimatgefühl – Affichieren von Wahlplakaten, aber richtig, ehrlich.

13 Uhr: Ein Stünderl mit dem Obmann der Agrargemeinschaft Oberkurzstampfen und dem Präsidenten des Tarrola Gemeindeverbindens. Direktübertragung aus der Arena des Tiroler Landtages.

14 Uhr: Kurzgeschichte der preisgekrönten Autorin Moidl Hinterwaldner, gelesen von der Kultur-Landesrätin: Wer hat da hinten KUUUUUUUUUUUnigunde geflüstert?

Dazwischen: Musik-Einblendungen von der Blaskamm-Kapelle aus Nationalparkien. Gämsenmärsche und Pirschganglien der Tarrola Adler. Ein Schweigemarsch.

15 Uhr: Tiroler Kriminalromane – eine unendliche Geschichte über die Langeweile unter dem Herrgottswinkel.

16 Uhr: Aui aufs Beik, eini in die Alm: Die Nachmittags-Live-Sendung von der Alm, von und mit Hofrat Immerfrei-Immertermin. Mit Verlosung einer Sonderverkostung. Zu beantworten ist die Frage: Flüssiges Obst – in Maßen genossen: Gesund oder ungesund?

18 Uhr: Abendliches Waidwerk mit dem Landesjägermeister: Trinkscht oan, oder trinkscht koan? Anleitungen zum Schießen und Abgeschossen-Werden mit dem Tarrolla-Landeshäuptling und seinen Ministranten-Indianer-Rosarothäuten. Mit einem Sonderbeitrag: Saufen bis alle blau werden.

19 Uhr: Befehlsausgabe in den Redaktionen für den nächsten Tag. Freie Wahl der Termine für freie Mitarbeiter unter dem Motto: Du muascht, der Chef hot gmoant, mir solltn und dürfn dürfn miar dös a.

Musik aus der Medienorgel, einer Sonderanfertigung aus der Werkstatt der Marketing- und PR-Fachleute in Korruptistan.

20 Uhr: Direktübertragung aus der Tiwag mit Blätterrauschen um die Talbäche samt einem Erlebnisbericht vom Radlschiabn quer durch Amerika im Sinne der Cross-Border-Magnaten aus Delaware.

Diskussion mit anschließendem gleichzeitigen Umtrunk aus mehreren Spezial-Abfüllungen von Weinen und anderen Menschen. Thema: Wieviel koschtet a Glasl?

22 Uhr: Nachtprogramm mit Springinsbild, moderiert aus dem Glashaus Grassovski: „Steine werfen nur die anderen, wir leben in Ruhe unser Glück“. Eine Adabeigewesen-Sendung für Anspruchslose.

0 Uhr bis 6 Uhr: Nachtprogramm mit einer Unendlichschleife von Melodien von Hansi H., inklusive Indiskretionen aus der Zentrum der Macht: Sekretärinnen erzählen ihre Lebensgeschichten – Manchmal wars fein, manchmal nit. Aber alleweil spendabel.

Ab zwei Uhr: Russische Milliardärinnen schildern ihr höchstes Erlebnis unter dem Motto: Bergverführer in den Dreitausender-Liften.

Stündliches Abspielen der Lieder: Tirol isch lei oans und Du bischt dös Lond, dem i die Treie holte, gesungen von Ditschi Lautstark im Ötzidorf.

Anti-Gedicht an die Kellernazis 29. August 2012

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Dada. Nacht. St.Rache.

 

Die FP ist mir, bei allem Respekt,

seit Jahren schon immer sehr suspekt.

Jetzt überhaupt, wo der gute Herr Strache,

sinnt gegenüber dem armen Armin auf Rache.

St. Rache jubelt über des ORF Quoten,

und spart doch nicht mit wüsten Abschaffungszoten.

Aus den Kellern kommen die Effen-Bazis,

die einstmals geworden zu Keller-Nazis,

und sprechen nun aus, was vorher unverhohlen

aus dem Altnazi-Jargon wurde gestohlen.

Das Heute wird Gestern und drohend,

die Wörter immer mehr verrohend,

rassistisch und antisemitisch

wird wieder modern politisch.

Sie fordern die Nazi-Meister

gegen die kritischen Geister.

Von der Donau bis zum Rhein

soll alles ein Volk, ein Strachtler sein.

So hätten sie’s gern, die geistigen Zwerge

und halten damit nicht mehr hinter dem Berge.

Volk, wach auf! Der Sturm bricht los!

Die Nazis kommen aus dem Keller,

mit dem Haupt der Demokratie auf dem braunen Teller.

Venceremos. Trotz alledem.

Winfried Werner Linde, 29.8.2012