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Fortsetzung folgt – seit Jahren . . . 17. Dezember 2015

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen, schrieb der Philosoph Wittgenstein.
Es war ein Jahr der Sprachlosigkeit, das jetzt zu Ende geht. Ein Jahr, in dem das Grauen zu Bildern mutierte.
Ein Jahr, in dem viele Fragen unbeantwortet blieben.
Ein Jahr der Flucht und Weltflucht. Ein Jahr des Sich-Abwendens und der Ausgrenzung, aber auch des Mitleids ohne Mitleiden.
Die seit Jahrzehnten real existierende Gefühllosigkeit des Kapitalismus und der Ausgeburten von Ausbeutung der Länder der Dritten und Vierten Welt wurde sichtbar.
Man konnte – und kann noch immer – erahnen und sehen, warum es Völkerwanderung gab und gibt und was die Suche nach Hoffnung mit sich bringt.
Nur: Kinderaugen und Ertrunkene sind nur ein geringer Teil dessen, was Ausdruck der Unmenschlichkeit des kapitalistischen Systems eines immer noch ausufernden Imperialismus ist: Die Reichen werden immer noch reicher und die Armen immer noch ärmer.
Und die Verdammten der Erde- und dazu gehören auch die meisten Menschen auf Grund der Armut in der sogenannten Wohlstandsgesellschaft – sind sprachloser denn je.
Die Internationalität der Solidarität erschöpft sich in brennenden Gedächtniskerzen und Spendenaufrufen.
Das ist eine Seite der aktuellen Lage.
Die andere Seite ist jene, dass die Frage offen bleibt, wie sich die Millionen, die geflohen sind und die jungen Männer in eine Gesellschaft integrieren sollen, in der es an den nötigen Partnerinnen, den Frauen, fehlt.
Der Klassenkampf wandelt sich auch in den der Geschlechter. In den sexuellen Wünschen, in der Raserei der Frustration und der Geilheit, die von Land zu Land wandert und die sich in der sinnlosen Suche nach Erfüllung und damit auch in der Gefahr der zunehmenden Gewalt gegen die Schwachen.
Eine Gesellschaft wie die mitteleuropäische kennt den Schutz der Schwachen, die Achtung vor den Frauen. Aber wie steht es mit den Werten, die die Asylwerber vertreten?
Ehret die Frauen, schützt die Kinder, strebt nach den Idealen des Humanismus und der Menschenrechte, so lautet die Maxime.
Aber gibt es diese in Eritrea, in Somalia, in Nigeria, in den Resten des Irak und den Ländern, die vom IS terrorisiert werden?
Fast ein jeder redete in diesem Jahr wieder von Werten.
Wer von Werten spricht, der rechtfertigt den Krieg um diese.
Werte erzeugen Krieg – was für ein Doppelsinn.
Die gescheffelten Werte auf Bankkonten der Waffenproduzenten erzeugen weiterhin Krieg und, das noch Schlimmere: Sie erzeugen Tod, Flucht, Grausamkeit und mit diesen allen gekaufte Meinungen und Desinformation, die von den dafür geschulten Kräften der Desinformation in den Geheimdiensten ausgehen. Es geht um Ausbeutung im doppelten Sinn: Die Ressourcen der dritten Welt und jener Länder, in denen derzeit – seit Jahrzehnten allerdings – Zerstörung herrscht, werden weiter ausgebeutet – durch genau jene, die jetzt den Krieg gegen den Terror führen.
Sie haben diesen selbst verursacht.
Und auch finanziert, durch ihre Geheimdienste.
Als die Verdammten der Erde aufwachten, donnerten die Raketenwerfer und Bomber über ihre Köpfe hinweg und vernichteten alles, was das Leben lebenswert macht: Nahrung, Wohnung, Bildung in Schulen, Menschen, die liebten und geliebt wurden.
Die Verdammten dieser Erde wurden nicht nur arm, nein, wie wurden auch heimatlos.

Es läuft alles geheim ab.
Freiheit wurde zur Worthülse.
Gleichheit zum verfemten Wort und zum Sprachgebrauch der Denunziatoren der sozialen Gerechtigkeit, die als Werte zerstörend und ideologisch verbrämt dargestellt wird.
Brüderlichkeit ist verschwunden – die Entsolidarisierung der Gesellschaft der Willhabenden und Manipulierten durch Marketing-Strategien, der Marken-Fetischisten im Heer der Namenlosen und deren Taten, die unsäglicher nicht sein könnten wie in der Gegenwart der im Kaufrausch dahintaumelnden Masse.

Von den Idealen der französischen Revolution und der Aufklärung auf der einen Seite und des Christentums mit dessen revolutionär-tödlichen Ursprung durch Jesus von Nazareth auf der anderen Seite ist nichts geblieben außer ideologischen Fragmenten, deren Leere Parallelen zu den Todesbotschaften so genannter Revolutionäre hat, die seit Lenin den Terror zur Maxime ihres Handelns erkoren haben.
Schöne, grausame neue Welt.
(Work in progress)
Winfried Werner Linde