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Randnotiz zu Schlagzeilen 5. Oktober 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Randnotiz zu Schlagzeilen.

Seit Jahrzehnten weiß man, dass es zu einer Süd-Nord-Bewegung von Menschen, die eine bessere Welt des Überlebens suchen, kommen wird.
Seit Jahrzehnten ignoriert man dieses Wissen. Die Dramen, die sich dabei im Mittelmeer und an den Grenzen zur EU abspielen, enden im Schulterzucken und noch größeren Mauern und Stacheldrahtverhauen.
Dabei wurden die afrikanischen Menschen über Jahrhunderte von den Menschen im Norden ausgebeutet, als Sklaven verkauft. Ihr Besitz an Bodenschätzen wurde enteignet – durch Multikonzerne, unter dem Schutz der Regierung der Nord-Welt.
Der Handel mit ihren eigenen Waren wird durch Billigstimporte aus dem reichen Norden regelrecht torpediert und eliminiert. Die Eigenversorgung liegt brach, weil die Welt vor den Dürrekatastrophen und anderen Dramen wegschaut.
Kurzum: Das kapitalistische System produziert nicht Wohlstand für alle Menschen, wo immer sie leben. Es produziert vielmehr Armut, Hunger, Zerstörung, Diskriminierung, Kriege und finanziert auch die so genannten Auseinandersetzungen unter den Glaubensgemeinschaften, indem es Waffen im Supermarkt des Grauens anbietet.
Und wir, in Österreich, betrachten die Fernsehbilder, die Satelliten-Nachrichten, die Bilder in den Zeitungen – schulterzuckend.
Betrifft ja uns nicht.
Derweil stirbt einsam ein Nachbar, eine Nachbarin. Sie verschwinden, so als ob sie nie da gewesen wäre. Das ist die kleine Tragödie, so genannte kleine Tragödie, in der sich die Welt spiegelt.
Im Süden sterben die Menschen in Massen.
Im Norden an der Einsamkeit inmitten der Vermassung.
Die schöne neue Welt ist angebrochen.
Die Zeitungen und anderen Medien kotzen sich aus über Regierungsbildungen.
Die Macht bleibt dort, wo sie ist.
Jenseits der Massen. Jenseits des Volkes. Jenseits der Menschlichkeit.
Winfried Werner Linde

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