jump to navigation

Wortmeldung zum Wahlkampf, 1. Teil. 24. August 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
Tags: , , , , , , , , , ,
trackback

Allerorten Wortmord-Meldungen.
Es ist Wahlkampf.
Herr Leitl, oberster Wirtschafter Österreichs, meldete sich in Alpbach und anderswo zu Wort-Mord.

Ich erlaube mir auch eine Wortmeldung. Hier ist sie.

Auf die Bäume, wir Grimassen schneidenden Affen.
In die Schamecken des Musikanten-Todelstadels, wir abgesandelter Staat, der wir ja alle sind.
Kriechen wir zu Kreuze, wie Strache es will.
Amen, sagt Stronach.
Und sonst?
Vergessen wir die Politik, wir Stimmvieh.
Denken wir doch nur einmal daran, dass die Zeiten schlechter werden, wenn wir die da oben mit den Worthülsen, dem Geplapper, den T-Shirt-Aufschriften, den Feuerzeugen und Präservativen und den Spruchbändern, die zu allen Anlässen geschwenkt werden können, nicht hätten.
Ach ja: Denken? Denken verboten. Hinschauen, blind glauben, Bio-Erdäpfel schälen, selbstverständlich Muss-gegenderte Erdäpfelinnen auch. Das ist wichtig, für Rot und Grün und alle, die sich progressiv nennen. Fortschrittlich eben. Na ja.
Denken verboten. Hinschauen. Nicht denken, nicht zweimal hinschauen, nicht wundern.
Nein. Zuhören, blind glauben, es wird eh alles vorgesagt. Oder vorgeplappert.
Weil wir ein Volk von Doofköpfen sind, denen ein paar Obergscheite ein paar Sprüche vorlegen, die wir dann zu glauben haben.
Wie ernst es ist? Verbotene Frage.
Wie ernst Versprechen gemeint sind? Vebotene Frage.
Wo die Zukunftskonzepte sind, die es zu Gesetzen für die kommenden Generationen und nicht gegen diese zu bündeln gilt? Verbotene Frage.
Die Politik scheint den Markenspruch zu leben: Wir Volksvertreter sind zwar gewählt, aber wissen tun wir nichts.
Denn: Wer weiß schon was? Wir lassen denken. Wir schlagen die Zeitungen auf, sehen die Schlagzeilen und wissen, was zu tun ist. Oder auch nicht.
Denken wir uns doch, wir Volk, dass alle Fehler machen, auch wir.
Ach so. Aber wir Volk sind ja nicht gewählt, wir haben vertraut, dass die, die wir gewählt haben, aus den Fehlern, unseren und jenen, die in der Geschichte liegen, gelernt haben.
Ja, wir haben alle Fehler, allesamt haben wir Fehler gemacht, eh klar, aber wir sind nicht Volksvertreter. Wenn wir einen Fehler machen, bekommen wir von allen Seiten täglich einen Rüffel oder einen Tritt.
Die Volksvertreter derohingegen können fünf Jahre lang machen, was sie wollen. Soferne sie nicht gegen die Gesetze, die sie sich für sich selbst formuliert haben, verstoßen.
Manchmal taucht ein Fehler auf. Dann kommt ein Urteil. Dann die Milde der Fußfessel, der Freigang, irgendwohin in einen Job, zur Resozialisierung und für das Fortkommen nach der Strafe.
Abends muss man zwar in die Einzelzelle zurück. Aber dort steht ja auch alles, was man braucht. Ist es nicht so? Wenn nicht, dann liest man es aber ganz anders, in den Beschlüssen und sonstigen Entscheidungen.
Aber das ist eh nur eine Nebensache. Die meisten Delegierten erfüllen eh ihre Pflicht, melden sich zu Wort, sind Ehrengäste und werden stolz herumgezeigt.
Auf Spesen und mit Dienstwägen lässt sich leicht herumkutschiert werden. Aber: Eh alles paletti, bestens, klar im Rahmen des Gesetzes, der Verordnungen, der Beschlüsse.
Ach, wir Volk haben noch Fragen? Geht nicht.
Termine, Verpflichtungen und Pflege der Verflechtungen und die Sorge für Freunde, eh klar. Die Unterlagen für die Beschlüsse lassen wir lesen, erläutern, in Stichworten skizzieren, ein paar Sätze für die Rede in den Organen der Demokratie, vorformulieren.
Wir Volk zahlen auch die Mitarbeiter. Die Partei ist ja ganz was anderes, die wird auch von uns Volk finanziert oder durch Spenden oder Gelder von Lobbyisten.
Wir Volk zahlen alles.
Wir Volk sind dann, ob Arbeitnehmer oder Unternehmer, Freiberufler, Arzt oder Freiwilliger in einer Helfer-Organisation, wir alle, ob Frau oder Mann, wir Volk eben, sind dann abgesandelt.
Denn wir sind der Staat. Wir sind die Republik.
Wir sind das Volk.
Winfried Werner Linde

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: