jump to navigation

Anonyme Drohungen: Immer wieder die Rechten – und schon wieder ganz feige! 6. August 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
Tags: , , , , , , , ,
trackback

Droh-Mail an Karl und andere

Droh-Mail an Karl und andere


Präambel:
Bedrohung.
Ich verlache euch, ihr Glatzen und Affenhaarigen,
in deren Köpfen nichts als Feigheit missgeboren ist.
Ihr könnt nicht Freiheit denken,
nur Hass und Drohung.
Ich verlache euch!
Denn wenn die Angst aufflammt,
dann gedenke ich der Jugend,
der Kraft des Widerstandes
und des NEIN zum Genozid.
Wer ausgrenzt und droht,
der will nicht Freiheit,
nicht Demokratie,
weder Gerechtigkeit noch Gleichheit.
Er sät nur Hass und Neid.
Ich verlache euch.
Durch euch, ihr Kleingeister,
erhebt sich wieder dir Fratze
des alten Ungeistes,
der aus dem vermoderten Schoß
immer wieder neu geboren wird.
Venceremos. Trotz alledem!

Der Grund für obigen Text:
Es gibt Zeiten, in denen schädigt die Hitze viele Köpfe, die nicht unbedingt Hitzköpfe sein müssen. Vielmehr gehören die meisten dieser Geschädigten des Geistes zu jener Sorte Menschen, die aus der Anonymität heraus besonders tapfer sind. Die sich, wie seinerzeit die Blockwarte und Denunzianten in der Zeit des Nationalsozialismus, in den Schatten der Anonymität ducken, um ihren Geifer abzusondern.
An dieser Stelle muss – gerechterweise – gesagt werden, dass die von diesen Zeitgenossen zu Führern erhobenen in der Öffentlichkeit stehenden Personen gar nichts von ihren Trabanten wissen müssen, die da in dicht geschlossenen Reihen quer durch die Stammtische des Internet marschieren.
Es ist Unrat und eine Grenzüberschreitung des Gesetzes, das Gepostete. Es soll Angst machen – so wie seinerzeit die Türen-Beschmierungen mit Judensternen und Slogans.
Die Vernunft der Erkenntnis aus der Geschichte nützt nichts, bei dieser Horde von Zeitgesnossen. Sie ist nämlich spurlos an ihnen vorüber gegangen wie die Kenntnis der Rechtschreibung und anderer Errungenschaften des Geisteslebens. Sie verbreiten Ungeist und – wie oben gesagt – nichts als Ungeist-Geifer.
Man könnte darüber hinweggehen, das Ganze als Spam ignorieren und dann löschen.
Doch wenn sich diese Zeitgenossen vermehren, dann wird es bedenklich. Denn eine Reihe von Menschen, die sich via Facebook für Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Demokratie einsetzen und damit nicht im Dunstkreis des F-Vorsitzenden agieren, sondern dessen manchmal unerträgliche Ausdünstigen selbstverständlich kritisieren, werden gleichfalls bedroht.
Aus diesem Grunde steht am Anfang dieses Beitrages auch ein Abbild eines E-Mails an einen Facebook-Partner.

Was ist nun der Grund des Beitrages?
Am Sonntag erhielt ich folgendes E-Mail (Kopie selbstverständlich im Original vorhanden)

Anonymous anonymous@hoi-polloi.org 15:53

an mich

Strache wird kommen um Sie zu richten. Er wird herrschen über das Land und das Volk. Es darf nicht geben die vermischung von verschiedene Volk in unser Land
Mensch wie Sie immer Posten gegen Strache werden bekommen Strafe
(Text Ende)

Was ist dieses Hoi-polloi?
Eine kurze Anfrage ergab eine Reaktion von dort:
Unerwünschte EMail von „anonymous@hoi-polloi.org“?
Es tut uns leid zu hören, dass Sie von EMails verärgert wurden, die Sie von der EMail-Adresse „anonymous@mail.hoi-polloi.org“ erhalten haben; diese EMail-Adresse gehört zum Mixmaster Remailer Netzwerk. Sie finden mehr Informationen über Mixmaster unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mixmaster_Remailer und mehr über Remailer im Allgemeinen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Remailer.
Es gibt viele legitime Gründe, EMails über Remailer zu versenden, besonders wenn die Person an einem Ort lebt/arbeitet, in der die Redefreiheit nicht gewährleistet ist und in der die freie Rede schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Durch Verwenden eines Remailers kann die Person an Internet-Diskussionen über sensible Themen teilnehmen, wie z.B. Homosexualität oder politische/religiöse Ansichten, die im Land der Person möglicherweise sogar verboten sind. Remailer sind natürlich nicht dazu gedacht, andere Personen durch EMails zu bedrohen, zu beleidigen oder zu verärgern.
Technisch gesehen ist es nicht möglich, den Absender einer EMail, die über das Mixmaster-Netzwerk versandt wurde, zu ermitteln oder zu kontaktieren – so wie auch die Post keine Person identifizieren kann, die Ihnen einen Brief ohne Absender-Adresse geschickt hat.

Weitere Informationen und Hintergrund.
Was sind Mixmaster Remailer?
Mixmaster-Remailer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein Mixmaster-Remailer (auch Typ-II-Remailer) ist ein anonymisierender Internetdienst, der E-Mails annimmt und weiterleitet (Remailer). Hierbei werden vor der Weiterleitung der Nachricht alle Informationen, die auf die Herkunft und den Absender schließen lassen, entfernt.
Die Mixmaster Server-Software verarbeitet ausschließlich verschlüsselte E-Mail in einem ganz bestimmten Format. Anders als bei der Anwendung des älteren Cypherpunk-Protokolls ist der Absender auf eine spezialisierte Mixmaster-Client-Software angewiesen, um solche E-Mail zu erzeugen.
Ursprung und Entwicklung
Mixmaster entstand nach den Vorschlägen von Lance Cottrell und sollte die Schwächen des Cypherpunk-Remailers beseitigen. Das zugrundeliegende Mix-Net-Protocol selbst hat David Chaum 1981 entwickelt. Das heutige Mixmaster-Nachrichtenformat ist seit 1995 im Internet gebräuchlich.
Mixmaster-Software lässt sich auf verschiedenen Betriebssystemen installieren. Es sind einzelne Client-Lösungen ausschließlich für Windows oder Unix-Derivate (darunter Linux) entstanden; auch solche, die neben Mixmaster auch Cypherpunk unterstützen.
Methode
Vor der Weiterleitung einer Nachricht durch den Remailer wird der so genannte Nachrichten-Header modifiziert und dabei die absenderbezogenen Informationen entfernt. Der Endempfänger einer so behandelten E-Mail erhält als einzige Absenderangabe die des Remailers.
Techniken, die das Sicherheitsniveau der Cypherpunk-Remailer nachträglich erhöhten, sind von vornherein Bestandteil des Mixmaster-Protokolls. Bereits der Mixmaster-Client stellt sicher, dass jede abgesendete Nachricht die gleiche Größe besitzt. Dazu werden übergroße E-Mails in kleinere von ca. 20 KiB aufgeteilt, kleinere durch Zugabe von Zufallsdaten auf diese Größe gebracht.
Für Mixmaster sind das Verketten von Remailern und die Verschlüsselung mittels Public-Key-Verfahren fester Bestandteil des Protokolls. Einzelne Nachrichtenpakete, die u. U. durch die erzwungene Aufteilung entstehen, können über unterschiedliche (auch unterschiedlich lange) Remailerketten, deren letztes Glied jeweils ein und derselbe Remailer sein muss, zugestellt werden. Nur der letzte Remailer ist in der Lage, eine solche Nachricht zusammenzusetzen.
Mixmaster lassen sich mit Cypherpunk-Remailern kombinieren und übernehmen dann ggf. selbsttätig die Umformatierung einer herkömmlichen Cypherpunk-Nachricht in das Mixmaster-Format (remix) und die Weiterleitung an weitere Mixmaster-Remailer.
Weitere Besonderheiten
Der Mixmaster-Server unterhält einen Nachrichten-Pool, in dem alle eingehenden Nachrichten erst gesammelt werden. Die Größe des Pools ist einstellbar.
Nachrichten werden aus dem Nachrichten-Pool in zufälliger Reihenfolge versendet.
Findet innerhalb einer Frist kein ausreichender Datenverkehr statt, erzeugt Mixmaster selbst Nachrichten ohne sinnvollen Inhalt, die über Remailer weiterversendet, letztendlich aber vernichtet werden.
Kopien ein und derselben E-Mail können über verschiedene Ketten versendet werden. Mixmaster unterhalten einen Nachrichten-Cache auf dessen Basis der letzte Remailer die Duplikate nach der ersten erfolgreichen Zustellung vernichtet; der Endempfänger erhält jede Mail nur einmal.
Angriffe gegen den Mixmaster-Remailer
Mixmaster sind gegen fast alle bekannten Angriffe resistent. Bisher ist lediglich ein theoretischer Ansatz bekannt:
Ein Angreifer hält die Nachricht, deren Empfänger er herausfinden möchte, zurück. Danach sendet er eigene Nachrichten an den Mixmaster. Dies macht er solange bis der Nachrichtenpool des Mixmasters mit seinen Nachrichten gefüllt ist. Danach schickt er die zurückgehaltene Nachricht los. Alle Nachrichten, die durch den Mixmaster gehen, werden entweder an den Angreifer oder aber an eine dritte Adresse gesendet. Die dritte Adresse ist die des Empfängers der zurückgehaltenen Nachricht.
(Ende der Zitate)

Im Internet-Zeitalter, das den globalisierten Wahnwitz in jedes Haus bringen kann, ist es also möglich, Verschlüsselungen herzustellen, die allein dazu dienen, Menschen zu bedrohen.
So sei denn gesagt: Kommt einfach. Ich warte auf euch. Dann sehe ich eure Figuren, eure Gesichter und werde mich nicht fürchten.
Und eines ist sicher: Der von euch genannte Rächer wird ganz sicher nicht kommen.
Also macht euch keine Hoffnungen. Ihr, die ihr euch im Verborgenen zwischen Hass und Zwietracht bewegt.
Demokratie lebt. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
Venceremos.
Winfried Werner Linde

Advertisements

Kommentare

1. Lois Seidl - 6. August 2013

Erst wusste ich nicht wie damit umgehn, denn Angst und Geld hatte ich ja noch nie wirklich. Dann dachte ich darüber nach ob es sich um Nestroy handeln könnte, der sich einen Jux machen wolle.
Dass Personen mit denen ich verkehre tatsächlich namentlich benannt wurden machte mir dann bewusst, dass es einer sein muss der sich in unser aller Kreis bewegt.

Trotzdem komme ich zum gleichen Fazit:
Pax, libertas, fraternitas pro omni populo

Und fürchten tu ich mich auch nicht wenn du um sieben Köpfe größer bist. Aber ich werde mich wehren um für eine „Menschlichkeit“ zu kämpfen.

Und somit kann ich nur Dinkhausers Spruch anwenden: Aussa aus die Stauden


Sorry comments are closed for this entry

%d Bloggern gefällt das: