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In Amt und Unwürden – Randbemerkung zu einem Anfang in Schwarzgrün 26. Mai 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Kleinen Kindern beim Hopsen zuschauen. Tirol ist Waldorf oder Bewegungszentrum und ein Dorf.
Gulaschsuppe essen und Bier dazu trinken.
Kleinen Kindern beim Hopsen zusehen – ist ja so lieb und so viel Kultur und überhaupt so ganz neu und ganz anders. Wir sind Waldorf, wir sind Bewegung, wir sind Waldlauf, wir sind Masse, die sich bewegt, irgendwie . . .
Vorher die dicht geschlossenen Reihen mit verschlossenem, ja, verkniffenen Lächeln abmarschieren.
Gerührt, aber nicht berührt und schon gar nicht nachdenkend die Hymne anhören. Olls isch Trädischn.
Gesenkte Fahnen, gesenkte Blicke, leicht gesenktes, kurz verbeugtes Haupt.
Salut. Tarroll isch lei oans. Du bischt dös Lond, dem i die Treie holte.
Die Träne quillt, die Macht, die hat uns wieder und olles isch beim Oltn, eh kloar.
Bier. Gulasch. Und ein Modeschmuckring (siehe Nobert K. Pleifer in Facebook) mit dem Friedenszeichen am Finger der neuen Landeshauptmann-Stellvertreterin, der 2. LHStvin., wohlgemerkt, weil der 1. LHStv. ist auch ein Mann, muss ein Mann sein, einer vom Bauernbund, weil: Wo kommen miar denn sonscht hin.
Modeschmuck. Bobo-Symbol. Protest ohne Protest, Zeichen ohne Zeichen, Show statt Aktion, Oberfläche statt Tiefe.
Man braucht in Christiane Rösingers Lied nur Berlin mit Inns’bruck austauschen oder einfach, der Silben wegen, Tirol sagen, dann passt das. Bestens. Ja, bestens. Berlin statt Tirol und das passt. Nur der Geist ist ein anderer, aber das was so sonst noch so überall läuft: Paaaasssst. Wir sind Weltdorf. Keine Weltstadt, keine Region, in der die Welt ihre Probe hält, sondern wir sind die Probe. Und das ist schon was.
Den Tiroler Grünen sei Dank, aber kein Lob, denn das Loben heißt in Tirol etwas gut machen, was schlecht ist und manchmal auch umgekehrt: Etwas schlecht machen, was gut ist. Was immer schlecht und gut sei. Wer weiß das schon.
Berlin

Wenn die Sonne fehlt, wenn der Regen läuft
Wenn die Unterschicht das Kindergeld versäuft
Wenn die Hunde wachen, ihre Haufen machen
Ja, dann sind wir wieder in Berlin

Wenn die Fahrradfahrer uns vom Bordstein fegen
Die Verrückten in der U – Bahn wieder laut mit sich selber reden
Wenn die Stressercliquen dann ihr Zeug verticken
Ja, dann sind wir wieder in Berlin

Wenn die Autofahrer kurz am Amok streifen
Und die Hostelhorden durch die Straßen geifern
Wenn die Gullis stinken und die Pärchen winken
Ja, dann sind wir wieder in Berlin

Wenn die Freiberufler die Cafés besetzen
Und die Laptopposer sich auf’s Neu vernetzen
Mit den Kreativen und den ganz Naiven
Ja, dann sind wir sicher in Berlin

Wenn die Parkausflügler dann die Schwäne füttern
Und die Allerblödsten es gleich weiter twittern
Wenn wir zum Vorglühen durch die Spätis ziehen
Ja, dann sind wir alle in Berlin

Wenn die Ökoeltern sich zum Brunchen treffen
Und die Arschlochkinder durch die Cafés kläffen
Wenn der Service hinkt und‘ s nach Babykotze stinkt
Ja, dann sind wir wieder in Berlin

Wenn die Technoleichen zur Afterhour schleichen
Und nur die Halbverstrahlten Contenance behalten
Wenn die Druffis taumeln und die Durchis jaulen
Ja, dann sind wir wieder in Berlin.

(Copyright: Christiane Rösinger, Berliner Liedermacherin, Autorin, Denkerin und noch viel mehr).
Und aus Wien tönt schon wieder Korruption.
Sozial? Was ist denn das?
Korruption, das zieht. Das ist das Wort, aus dem die Machtträume sind.
So wie: Wir schützen Adler und keine Pleitegeier. Damit Tirol grün bleibt.
Wir schaffen die Jahreszeiten ab. Es muss ja grün bleiben.
Und Obama telefoniert mit Putin und zeigt sich schockiert: What, the hell, is going before over the sea in a little country with name Teiroll.
Oder so ähnlich.
Und die Taliban studieren in Massen und pauken die Tiroler Revolution anno 1809 gegen den Fortschritt, gegen Aufklärung, gegen Demokratie und Menschenwürde. Gegen Freiheit.
What the hell is . . .
Nastrovje, Mister President. How do you do?
Und in Tarroll nimmt alles seinen bierseligen Würschtl-mit Saft oder Gulaschsuppen-Lauf. Hoch an.
Wir sind oben, in Tirol, das grün bleiben muss.
Wir trinken nicht Wodka, wir nippen a Schnapsal. Fürs Gnapserl während der Landtagssitzungen, die uns bevorstehen.
Guten Tag, Tarroll.
Guten Tag, Welt.
Tarroll isch lei oans.
(wird fortgesetzt)

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Kommentare

1. wwlinde - 27. Mai 2013

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