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Geheimer Kasermandlbrief an St.Ronach anlässlich der Tarroler Landtagswahlen. 17. April 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Tarroll-Leaks offenbart: Aus dem geheimen Briefwechsel des Höttinger Kasermandls mit St.Ronach.

Das geheime Dokument, garantiert ungeheim und authentisch.

Lieber Stronach, lieber Strohsack,
i bins, dös Kasermandl. I möcht dir heut was sagn, weil i mir denk, dass dös für di als Strohsack wichtig isch, obwohl du ja keine Strohsäck mehr kennscht, in dein Luxusflieger mit dem Wasserbett, in dem du alle paar Wochn amal übers große Wasserbett-Meer fliagsch. Um bei üns in Öschterreich oder Auschtria, wia du als Kanadier sagsch, nach dem Rechtn zu schaugn.
So, dös war die Einleitung, weil miar mei Kaserweibl gsagt hat, dass a ordentlicher Briaf mit oaner Einleitung zu tun hat. Dabei isch aber nit die Einleitung von Bäch aus die Täler in die Kraftwerk, dö deine Ami-Kollegen-Milliardäre ghören, gmoant, sondern dös, wos i dir sagn möcht.
I brauchet, kurz aussergsagt, a Kohle, an Gulden, an Geldhaufen. Denn i steck bis zum Hals in der Scheiße, weil sie miar mei Hoamat, die Umbrückler Almin, wie die Grünen sagen, nimmer aufbauen wölln. I bin also abbrennt, bis auf die blecketn Schuachsohln, i geah barfuß durchn Schnee und im Summer über die Stoanerhäufn. Dös tuat verfluchtig weah, weil unseroaner ja nit so viel Stroh hat, dass er sich die Weg damit auslegn kunn. Denn Stroh gibts immer weniger, bis überhaupt koans mehr, weil bei uns in Tarroll die Drescher vom Heuboden zu Phrasendrescher – so hoaßt dös Wort dechtesch, oder? – gworden sein und aus Wortfetzen kunn i mir koane Fuaßfetzn wie in alten Zeiten machn.
I will ja nit vom hundersten ins tausendste kemmen, außer beim Geld, do war miar eben recht, wenn i vom tausendsten ins hunderttausendste kemmen tat. Und i moan nit Schilling, sondern Euro oder Dollar, je nachdem, was dir liaber isch, aber bei Dollar isch es a bissel mehrer wie bei Euros.
Aber dös miasset i dir selber erklären und daher wars guat, wenn miar uns beim nächsten Mal am Innsbrucker Flughafen sehen könnten. Wenn miar gredet ham, kannscht ja glei abfliagn, i halt di nit auf. I kimm a ganz gwiss gschneizt und kampelt, weil i Taschentüacher von der ESPEÖ kriagt hab und von die Grünen an Lausrechen, den a Radlfahrer in der Maria Thresien Straße beim Radlschiabn verlorn hat. Aber dö kriagn von mir an Hammer zuagschickt, damit sie sich ausn Kopf schlagn können, dass i sie wähl.
Lieber Heiliger St. Ronach, Strohsack-Mandl, hetzigs, du gfallst mir und i tat a gern für di kandidiern. Denn deine Wörte, die du als Wärte hasch, sein alleweil schun die meinigen gwesn. Und transpatrenzen tua i ja altergemäß sowieso schun. Von der Wahrheit ganz zu schweign, denn Lugn hab i, wia du aus meine Liadln ja hören kunnsch, eh schun immer nit leidn mögn. Und Färness kenn i von mein Verein, a wenns dort meistens zuageat wie bei die Holzhacker, aber dös ghört sich ja beim Sport – und bei der Politik isch Haxelstelln a notwendige Färness-Eigenschaft.
Also, wenn mi brauchscht, dann geh i auf dei Lischtn, in den Bundesrat, wo eh die Ratlosen, wie i es derzeit bin, versammelt sein, aber als Schmerzensgeld, dass i dann von die Angruasstn oane hinten eini tretn kriag, verlang i so viel, dass i miar mei Almhoamat wieder aufbauen kann.
I lad di dann zur Eröffnung nit auf an Strohsack ein, sondern auf ein modernes Heubadl – da kimmst ins Schwitzen, dös versprich i dir bei Wahrheit und Trenzen und zu ganz fären Preisen.
Schick miar, bittschön, an männlichen Boten, ja koa Email oder sonstwas, weil dö sein nimmer geheim, woascht eh, und a koan weiblichen Boten, damit mei Alte, dös Kaserweibl, nit eifersüchtig wird. Sonst hun i wieder die Ruaßpfannen aufn Grind, so wia beim Hoamkemmen nach dem letzten Rausch vom Rauschbrunnen. Aber nomen isch ja omen, wia die Unitäts-Professoren sagen. Denn i muass derzeit bei ihr, dem Kaserweibl, auf der Höttinger Alm im Exil wohnen, weil ja mei Almstatt schu so lang abbrennt isch.
Zur St.Rache-Partei, dö EFLER, kann i a nit gian, weil i ja, aus obgenanntem Grund der derzeitigen Heimatlosigkeit, einen Migrationshintergrund hab – und daher nicht bierstubenrein bin, aus der Sicht vom Federspiel, dem Innschiffer.
Dear Dinkhauser, zu dem i immer Maulhauser gsagt hab, i woaß, dös tuat ma nit, aber es isch miar immer halt eingfalln, wenn i ihn redn ghört hab, früher, kandidiert nimmer. Da geaht also a nix mear. Weil dort, wo a Weibetz an der Spitze kandidiert, isch für mi Tabuzone, aus Kaserweibl-Gründen, wie i schu gsagt hab.
Und die Lischtn von der Innsbrucker Bürgermeisterfrau und deren Freindin, der jagdluschtigen Anna, dö wähl i nit, weil sie mi auf mei Alm schun so lang wartn lassen und no immer nix weiter gangen isch, trotz Versprechungen, die aber wohl eh zu Versprechern gehören. Also bleibsch lei du, liaber Strohsack. Kandidiern tat i wegn dem Geld, aber i tat mi wegn dir trotzdem nit wähln. Da sigschst amol, wia zerrissen i bin, hin und her gerissen und dös isch beschissen, ehrlich.
Den Surtaucher kann i nit fragn, weil der braun isch und ständig Scheiße speibt wenn er redet, aber der isch ja schun vor Jahren zu dö Blauen gegangen und wettert iatz gegen alls. A Verbitterter- dabei war dös oamal a so a netter Mensch.
Also, lieber Strohsack, hilf mir. Sei koa Franknfurter-Monster aus der RockyHorrorSchau, weil dö ham miar eh schu, landauf landab.
A jo: Den Gurgiser-Fritz gabs a no, aber der isch gegen Straßen und i brauch a Straßn zu meiner neuen Alm, weil dergiahn tua i es nimmer.
Du sigsch, i hab lauter wahre und transtrenzete und färe Gründ, warum i dir den Briaf schreib.
I wart also.
Und vergiss nit – in dein Alter kann dös ja vorkommen. Schreibs dir auf – Kasermandl benachrichtigen.
Dank schian.Dein Kasermandl von der Höttinger Alm, Heimatvertriebener von der Umbrückler Alm und Tarrolla aus echtem Stroh und Korn, ungedroschen und selber brennt, wenn auch abgebrannt.

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Kommentare

1. Detlef Thomas Klose - 18. April 2013

WWL – unser Freund Winfried Werner Linde, schreibt sich, normal Unsägliches, anlässlich der Tiroler Landtagswahl von der Seele und lässt das Kasermandl seine Gedanken „transportieren“. Umwerfend komisch. Danke WWL!


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