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Schwarze Nomenklatura oder Tiroler VP, quo vadis? In den Austrofaschismus oder Stalinismus? 3. April 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Nun denn, man kann über die Diktaturen der Vergangenheit und Gegenwart Unterschiede feststellen. Selbstverständlich. Eines ist ihnen dennoch gemeinsam: Die Verfolgung von kritischen Geistern und die Diktate in den Medien. Und deren Gleichschaltung.

Ein unseliges Beispiel bringt der Tiroler Landtags-Wahlkampf zum Vorschein: Die Tiroler Volkspartei lehnte die Antwort auf die vorgelegten Fragen an den amtierenden Landeshauptmann Günther Platter, die die Wirtschaftszeitschrift ECO.NOVA übermittelte, ab. Begründung: Die Fragen seien zu kritisch und zu negativ.

Also druckte ECO.NOVA nur die Fragen. Die Antworten waren und sind  Blindtext.

Nun denn: Die Tiroler Volkspartei handelt damit in fast nahtloser Fortsetzung des Rückwärtsweges in die Vergangenheit des Austofaschismus und der Vaterländischen Front. Dort herrschte, wie in jeder Diktatur, die Zensur. In der Folge gab es die Nazizeit, wo kritisch Fragende überhaupt in ein Konzentrationslager wanderten, meistens nach Dachau und Buchenwald und dort auch umkamen. —

Derlei Gedanken kommen, wenn man das Verhalten der Volkspartei analysiert. Denn Medien sind Teil der Demokratie, sie sind auch, wenn auch nicht immer und vor allen Dingen immer seltener, die so genannte Vierte Macht im Staate. Aber sie sind Teil der Freiheit, die auch von den Vorvätern gegen den Widerstand der Zensur und der direkten Nachkommen von Metternich, schon im 19. Jahrhundert erkämpft wurden.

Wie auch immer: Medien sind Demokratie. Wer sie einschränkt, wer zensuriert, der stellt sich außerhalb der Verfassung.

Nun ist es, andererseits, der Volkspartei selbstverständlich unbenommen, Fragen von Journalisten zu beantworten oder beantworten zu lassen. Ob sie dem amtierenden und vom Image her gesehen sehr angeschlagenen Landeshauptmann einen guten Dienst erwiesen hat, ist aber eine andere Frage. Denn andererseits gibt es seitenweise Inserate in wohlmeinenden Medien, da werden ganze Geschichten und Porträts eingekauft und hoch bezahlt – ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Meiner Meinung nach sind eingekaufte Seiten in Medien, bezahlte Beiträge in Sendern oder Printmedien, Teil der Manipulation der Wahrheit und der Erkenntnis über das was geschieht und wie es geschieht.

Das ist, um es mit Orwell zu sagen, kein Journalismus sondern public relations.

Es hat den Anschein, als ob die Tiroler Volkspartei in ihrer Zentrale Menschen sitzen hat, die keine Ahnung von Freiheit der Berichterstattung haben, von freien Medien, von freien Schreibenden. Dies mag wohl auch daran liegen, dass der Parteigeschäftsführer vorher Chef einer oder mehrerer Werbeagenturen war, die auch im Auftrag der VP handelten. Also – Freiheit, die die Werbung meint. Auch das ist Politik, eh klar, nur was für eine.  . . .

Derlei ist wohl noch schlimmer als die Verweigerung von Antworten auf unangenehme Fragen.

Denn genau dort weht jener unerträglich Gestank, der dort ausströmt, wo die Gewählten oder jene, die gewählt werden wollen, Manipulation und Lüge für Wahrheit verkaufen.

Und nach den Wahlen gehen sie hin, die Gewählten, die Regierenden, und – wie es Brecht sagte – wählen sich ein anderes Volk.

Winfried Werner Linde

Update aus aktuellem Anlass.

Ein Offener Brief. Link dazu:

http://www.vorwaerts-tirol.at/vorwaerts/tiny_files/brief.pdf

 

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