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GeLINDE gesagt – und angemerkt 26. März 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Weil nicht wahr ist, was nicht wahr sein darf, in manchen Köpfen, deren Leere nur noch von den ausgetrunkenen Weinflaschen übertroffen wird. Oder den Bukowski-liken Bierdosen, die am Morgen neben dem Lager liegen, das gleich neben dem Computer steht.

Die anonymen Poster in den Internet-Foren  sind wie die anonymen Alkoholiker: Sie sind die Rechthaber der Gesellschaft. Sie sind die Blockwarte und SA-Marschierer der Gegenwart in den Foren diesseits und jenseits der Offenheit. Denn einerseits geben immer wieder Typen Laut, die wie feige Hunde bellen und andererseits andere, die bissig und investigativ, alles aufdecken, was eh schon alle wissen – nur halt mit Zetteln und Daten und manchmal auch mit dem Bruch des Briefgeheimnissen oder mit uralten Kamellen. Wohl vergessend – und das unterstelle ich jetzt als volle Absicht – dass Menschen immer lernfähig sind. Immer das Recht haben, über Nacht ihre Meinung zu ändern.

Es geht nicht um das, was geschrieben wird. Nein. Es geht darum, dass in einer Welt des Bashings, wie dieses Unwort lautet, also in einer Welt des Hinprügelns auf Andersdenkende, ein schlechtes Gewissen verbreitet wird, wenn man mit Wirtschaftern, Politikern, Kulturschaffenden, die der anonymen Feindseligkeit ausgeliefert sind, beruflichen oder freundschaftlichen Kontakt hat. Zum Beispiel.

Nicht derjeniger, der seine Aufgabe erfüllt, nach seinem Gewissen und besten Wissen (wer außer diesem selbst kann das beurteilen und das Volk kann ihn ja, wenn er Politiker ist oder sie Politikerin, abwählen), nicht derjenige also, der Aufgaben erfüllt und Kritik ausgeliefert sein muss, begeht Unrecht, sondern diejenigen, die anonym denunzieren und verurteilen. Denn Ehrverletzungen sind eines der übelsten Delikte und Verleumdungen schon gar!

Früher gab es sowas wie Ritterlichkeit. Man öffnete bei Auseinandersetzungen das Visier, gab sich zu erkennen. Außer man war der so genannte Schwarze Ritter, was nichts mit politischer Farbe, sondern mit dem Dunkeln der Gesellschaft, im übertragenen Sinn, zu tun hat.

Heute darf man drauflos schlagen, mit verbalen Untergriffen, deren Geistlosigkeit letzten Endes den Geist des Schreibers oder der Schreiberin offenbart. Oder besser: den Ungeist.

Soweit die Anmerkung. Aus gegebenem Anlass, weil ja Wahlen bevorstehen und die Ratten wieder das sinkende Schiff betreten, wie ein Dichterwort von vor 100 Jahren sagt.

Derzeit bestaunen die Politiker das betretene Volk und suchen Rat bei den Ratlosen. Und dieses sage ich, mit aller Offenheit, ohne mich über die Genannten zu erheben. Aber ich sage es als Teil des Volkes.

Winfried Werner Linde

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