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Neues vom Opernball oder Totentanz der Sprache 7. Februar 2013

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Erstveröffentlichung vis Facebook

Update:
Mittlerweile wurden Korrekturen und Überarbeitungen gesetzt.
Stand vom 11.12.2013

Der Beitrag bezieht sich auf den Stand vom 7.2.2013.

Alles tanzt. Wozu also alles andere?

Wenn einem die Gesellschafts-Berichterstattung vom Opernball geistig zumüllt. Verlent man auch gleichzeitig Höflichkeit und Sprache. Bildtexte geben Auskünfte über das Nichts dieses wesenlosen Journalismus der Alpträume.
Beispiele gefällig?
Aus dem KURIER:
Die Frau wird nach wie vor – in entwürdigender Weise – nach irgendeinem Mann definiert, noch dazu von so einem: „Grasser-Ex Natalia Corrales-Diez kam in einer grauen Eigenkreation.“

Na ja: PolitikerInnen muss man ja nicht genau kennen, wenn man sich bei Prosecco und Lachsbröthen herumtreibt, Also kommt dann sowas über die österreichische Infrastruktur-Ministern Doris Bures heraus. „SPÖ-Politikerin Doris Pures kam ebenfalls in Pink.“
Na ja, hier stockt mir der Atem vor einem solchen metaphorischen Phantom des Opernballes: „Modeschöpfer Harald Glööckler hielt sein Versprechen mit einer Hommage an Sisi zu erscheinen: Xenia „Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen“ erinnerte mit ihrer Frisur an unsere Kaiserin – aber ob diese auch Pink getragen hätte, weiß wohl niemand.“ – Stimmt.

Derohingegen macht einem ja diese Bi-Location oder was auch immer, stutzig. Eine Dame in einer anderen? „Jahrhundert-Playmate Gitta Sax drehte sich in Vera Wang vor den Fotografen.“

Wer sich mit angeblich starken Persönlichkeiten auseinandersetzt, der braucht sich um starke Verben keine Sorgen zu machen: „Der Tore der Oper sind geöffnet: Als erste schreitete Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürck über die Feststiege – und posierte auch gleich mit dem Stargast des heurigen Balles: Hollywood-Schauspielerin Hilary Swank.“

Letztere Dame wiederum muss echt stark sein: „Hilary Swank trägt Elie Saab.“

Ende gut, Fazit gibt’s erst später: „Alles Walzer.“

Alles andere ist ja primär. So sagte dereinst Hans Krankl.
(WWL)
PS: Das sind nur wenige Beispiele, von vielen. Über Ärgeres wird noch zu berichten sein.

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