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Tauchstation oder Aufbruch in die Zukunft 2013 30. Dezember 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Tauchstation oder Angst vor der eigenen Meinung
Tauchstation Ist ein Begriff aus der Welt der U-Boote und der Kriege, die geführt wurden. Um gegnerischen Zerstörer-Schiffen zu entkommen, tauchten U-Boote, stellten alle Motoren ab, jedes Gespräch musste verstummen, damit auch nicht das kleinste Geräusch geortet werden konnte.
Tauchstation ist ein Begriff aus der Welt des Krieges.

In den Medien wird der Begriff zu Schlagzeilen verwendet, dass die Politiker oder die Verantwortlichen auf Tauchstation seien.

Sind sie es? Sind es U-Boote, die abtauchen, wenn irgendeine Gefahr droht? Welche Gefahr droht den PolitikerInnen, die sonst bei jeder Gelegenheit und zu jedem Anlass ihre Meinung kundtun, natürlich abgeklärt mit der Partei, mit dem Club, mit den Vorständen.

Während der vergangenen Feiertage und voraussichtlich bis zu den traditionellen Dreikönigstreffen und Neujahrsempfängen herrschte und herrscht Schweigen. Nur einer konnte sein Wasser nicht halten und musste etwas sagen ohne etwas zu sagen: Herr Stronach, aber das ist vielleicht auf seine Sprechblasen-Schwäche zurückzuführen.

Ansonsten: US-Finanzkrise, die auch auf Europa überschwappt, hin, Humanitätsproblem her, Krise im Nahen Osten, kaum drei Flugstunden entfernt, ganz zu schweigen – es herrscht Schweigen im Land und die wichtigsten Exponenten der gewählten Parteien scheinen auf Tauchstation oder auf Skiurlaub oder in der Sonne des Südens, damit sie irgendwann eine Gesichtsfarbe wie Herr Petzner bekommen – ach so sportlich und vital und jugendlich . . .
Tauchstation ist ein Begriff aus den U-Boot-Kriegen. Herrscht Krieg? Sind die PolitikerInnen U-Boote?
Ach ja: Zum Jahreswechsel werden die, die da sind, vielleicht ein paar Blablablasen von sich geben, allen ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2013 und die widerständige Zivilgesellschaft heimlich zum Teufel wünschen.

Und für sich natürlich den Triumph bei den kommenden Wahlen, eh klar.
Von den „kleinen“ Problemen für die Menschen, die an der Armutsgrenze leben, spricht keiner. Von den sozialen Ungerechtigkeiten auch nicht. Das sind ja nur die Winzigkeiten, die im Frühjahr wieder vergessen sind – denken sie.
Davon, dass man den Silvester-Prosecco mit reinem Wein tauscht, den man den BürgerInnen über die Situation einschenkt, spricht auch keiner: Die Krise, in der wir uns befinden, nicht nur mit den Finanzen der Staaten sondern vor allem mit der Jugend-Arbeitslosigkeit, dem Stagnieren der Wirtschaft und deren Wachstum (für Vollbeschäftigung braucht man rund 2,5 Prozent Wachstum), spricht keiner am Ende des Jahres und am Beginn des neuen Jahres. Es geht ja allen gut. Alle sind bestens modisch angezogen und die Konten angemessen überzogen. Und sonst: Ach hören Sie doch auf, ständig alles krank zu jammern. Die da oben werden es schon richten.

Derweil werden die Multimilliardäre, dieses ein Prozent der Weltbevölkerung, zu der bekanntlich ja auch Österreich trotz seines Images der Insel der Seligen gehört, derweil wird dieses eine Prozent, die zwei Drittel des Welt-Vermögens besitzen, noch reicher und die Länder der Dritten und Vierten Welt noch ärmer.

Aber bei uns – siehe oben: Insel der Seligen, wie einmal ein Papst oder sonstwer gemeint hat.
Die Verteuerung der Dienstleistungen für die Daseinsfürsorge ist absehbar, die Ausgrenzung von Menschen, die der Pflege bedürfen, vorauszusehen und die Güter des täglichen Bedarfes an Nahrung sind demnächst in der Hand einiger weniger multinationaler Konzerne, die die Versorgung diktieren.
Falsche Vision? Meinen Sie? Lesen Sie die Nachrichten der konservativen Zeitungen, wenn Sie meinen, dass das eine sozialistische Verschwörungsthese ist. Oder noch einfacher, für Österreicher: Fragen Sie einfach eine Mindestpenionistin, die ihr Leben lang hart gearbeitet hat, die Familie mit versorgt hat und ihre freiwilligen Dienste für die Gemeinschaft aller geleistet hat. Einfach fragen, kostet ja nichts – das ist in einer Geizistgeil-Gesellschaft ja so wichtig. Das Nixkosten.
Wie war das am Anfang: Tauchstation.
Ja, meine Damen und Herren von der Politik: Abtauchen und Durchtauchen wird nichts mehr nützen. Da muss man schon Flagge zeigen und Antworten geben: Wohin führt der Weg dieser demokratischen Republik in die Zukunft – so lautet die Frage. Und nicht antworten, bitte nicht: Wir haben eh die Mindestsicherung. Vorschlag: Leben Sie einmal von dieser. Ganz einfach. Leben Sie einmal von dieser, Herr Politiker, Frau Politikerin.
Time for change – so lautet eines der Mottos für 2013 der Zivilgesellschaft. Und ein zweites: Zeit für den Aufbruch. Nicht für den Umbruch – den hatten wir schon. Umbrüche gehen immer von links nach rechts. Das hatten wir schon. Das brauchen wir nicht mehr.
Nicht auf Tauchstation gehen, sondern Mut zur eigenen Meinung haben. Zur Tat. Zur demokratischen Tat. Ganz einfach. Diese Gemeinplätze mit Leben, der erlebten und gelebten Tat erfüllen. Mit Idealismus – nicht mit dem Schielen auf die Spesen. Einfach nachdenken, siehe oben: Mit der Mindestsicherung oder der Mindestpension leben. Nur einen Monat lang. So zur Probe. Kostet ja nichts.
Demokratie ist geil, Geiz nicht. Verstecken gilt nicht. Auftauchen, mitten im Volk. Fragen stellen und Fragen beantworten und den Willen der Menschen als Gesetz zu beschließen und zu vollziehen.
So einfach ist es.
Natürlich gibt es noch eine Menge zu sagen: Von der Schwarzarbeit, Schwarzgeldern, weißgewaschenem Geld, den Schwarzgeld-Konten und vielem anderen. Doch das sind andere Geschichten, von denen noch im Zeitzünder die Rede sein wird. Jetzt geht es um das oben Gesagte und die Tauchstation. Politik ist kein U-Boot-Dasein.
Frohes Auftauchen und ein friedvolles 2013.
Winfried Werner Linde

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