jump to navigation

An solchen Wochenenden 29. November 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
Tags: , , ,
trackback

An solchen Wochenenden.

 

An solchen Wochenenden, die da kommen,

verliere ich mich nicht in die Masse,

damit ich der Hektik entkomme,

der Ratlosigkeit des Suchens nach Unkäufen

der Geschenke, die keine sind,

weil das Gewissen ja beruhigt sein muss,

man ist sich ja so nahe,

an solchen Wochenenden,

im Gedränge der Märkte mit dem Sprachengewirr,

man ist ja so verwirrt,

dass es da Menschen geben soll,

die in kalten Wohnungen leben müssen,

die einsam sein sollen,

ja, und alte Menschen soll es auch geben,

die kein neues Handy,

keinen Laptop, nicht irgendeine CD,

keine Schokoladen-Figuren,

nein, sondern die nur eine Kerze haben,

im Angesicht des Gedenkens

an früher, an viel früher, an Glück früher,

oder was war da bloß?

An solchen Wochenenden

im Advent

gehe ich in meinen Wald,

vielleicht auch auf einen Bauernmarkt,

ohne Hektik, einfach so, einfach hinschauen,

ohne Hektik von quakenden (oder was war das?)

Weihnachtsmännern, die von Bells brummen,

auf allen Wegen. Nein. Ich möchte im Blick

der Menschen, im Fragen, im Sehnen,

eine Spur von Erwartung, von Advent, sehen lernen,

weil ich auch das verlernt habe.

Und dann, wenn ich mich erinnere,

in Fragmenten leise flüstern:

Tauet, Himmel, den Gerechten . . .

Ach ja: An solchen Wochenenden

spüre ich mehr denn je

Ungerechtigkeit auf dieser Szenenwelt

der Konsumschauspielerei,

an der auch ich viel Anteil habe.

Zuviel.

Das ist mein 1. Advent:

Ich versuche das Fenster

meines Denkens zu öffnen

und meinen Herzschlag zu spüren.

Im Schweigen, ohne Sprachengewirr.

 

Winfried Werner Linde, Innsbruck-Igls.

Advertisements

Kommentare

1. Ingrid Fally - 29. November 2012

Du sprichst mir aus der Seele, Wini !


Sorry comments are closed for this entry

%d Bloggern gefällt das: