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Einheits-Nachrichten – so was kennen wir doch! 4. September 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Einheits-Nachrichten – so was kennen wir doch!

Die Demokratie lebt, das ist ein Gemeinplatz, von der Vielfalt der Meinungen. Dazu gehören u.a. Kommentare, die nicht von einem einzigen dirigiert werden, sondern von vielen.

Die Demokratie lebt auch davon, dass die Medien die vierte Macht im Staate sind und dass Journalisten dem Investigativem verpflichtet sind– sich selbst und ihrem Gewissen und natürlich auch im Rahmen der Gesetze.

Es gibt außerhalb der Medien viel zu viele, die sich nicht dem Aufdecken, sondern dem Zudecken und vor allen Dingen auch dem Denunzieren verschworen haben. Man schreibe einfach, dass die Unschuldsvermutung gilt und schon ist die Sache geritzt.

Das ist besonders in der Gleichschaltung von Medien und im Falle von politisch Unbotmäßigen der Fall.

Bei diesen kommt noch dazu, dass einmal ein Dirigent von oben bestimmt, was eine Meldung ist und sein darf und dass alles andere, insbesondere die Mitarbeiter, diesem Diktat unterliegen.

Die ORF-Führung in Wien scheint, da die Eliminierung des Funkhauses in der Argentinierstraße gescheitert zu sein scheint – und damit ein richtungsweisendes Stück österreichischer Unabhängigkeit und Kultur gerettet ist – nun einen Anschlag auf die Meinungsfreiheit und die journalistische Unabhängigkeit zu planen: Einen  neuer Newsroom, von dem aus alle Nachrichten des ORF laufen. Man könnte es auch einen neuen Kontrollraum nennen, der irgendwie an jenen Raum erinnert (von den Assoziationen her), der aus dem Film „Dr. Seltsam oder wie ich die Bombe zu lieben lernte“ bekannt ist.

Einheits-Nachrichten gibt es nur in Diktaturen, in denen die Medien gleichgeschaltet ist. Der ORF ist ein Sender mit vielen Facetten und einer, in dem die verschiedensten Meinungen vorherrschen. Gerade das macht die Information des ORF spannend – die weltweite Vernetzung und die geistige Vielfalt der Produktionen.

Einheits-Nachrichten sind ein Widerspruch zur Demokratie. Meiner Meinung nach gehören sie eben zu Diktaturen. Daher ist ein einheitlicher Newsroom einer der Kontrolle und nicht der Freiheit.

Das aber wäre ein Widerspruch zum ORF-Gesetz und vor allem zu den Menschenrechten. Von der journalistischen Freiheit ganz zu schweigen. Daher ein solidarisches Nein zu diesen Plänen.

Winfried Werner Linde

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