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Widerstand gegen Abbruch der Bahnhöfe in Patsch 3. Juli 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Die Aufhebung des Denkmalschutzes für die Bahnhöfe in Patsch wird von mir nicht hingenommen.

Zur Kenntnis einen Einspruch gegen den Bescheid des BDA. Außerdem habe ich an die Unesco einen Antrag auf Aufnahme der Region um die Bahnhöfe inklusive Gebäude, Wege u.a. gestellt.

Zur Info das Mail an das Bundesdenkmalamt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus den Medien habe ich entnommen, dass der Denkmalschutz für die Bahnhöfe Patsch von Ihrer Seite aufgehoben wurde.

Dagegen erhebe ich als Bürger der Republik Österreich

Einspruch, in eventu Berufung.

Die Aufhebung des Denkmalschutzes beruht offensichtlich auf falschen Informationen durch die ÖBB und die Gemeinde Patsch.

Der Sachverhalt meiner Begründung in Kürze und ich teile mit, dass ich bei der Unesco einen Antrag auf Aufnahme dieser Region, der Gebäude, Wege und der Landschaft in das Europäische Kulturerbe eingebracht habe.

Begründung:

1) Das Bahnhofs-Gebiet an der Brenner-Eisenbahnstrecke in Patsch umfasst zwei Bauten. Einerseits ist es der Bahnhof aus dem Jahre 1867, der Eröffnung der Brenner-Eisenbahn und andererseits der neue Bahnhof, knapp 400 Meter weiter südlich, aus dem Jahre 1911. Beides sind Architektur-Relikte aus der Gründerzeit der Bahn und der Verkehrsgeschichte des Alpenraumes und beide haben keine vergleichbare Bau-Art entlang der Brennerstrecke. Die noch existierenden Bahnhöfe haben weder die Geschichte der Bauten noch die Architektur gemeinsam und schon gar nicht die Bau-Weise. Die beiden Gebäude sind also einzigartig und – trotz einiger Schäden, die durch die lange Zeit der Stillegung des Bahnhofes aus Personalkosten-Gründen durch die Bahn entstanden sind – in einem hervorragenden baulichen Zustand.

2) Am Bahnhof aus dem Jahre 1867 vorbei führt ein traditioneller Weg von Patsch nach Schönberg. Besonders historisch bedeutsam, weil auf diesem Weg die Anführer der Tiroler Freiheitskämpfer von 1809 von Patsch („Bärenwirt“) nach Schönberg (Domanig) gingen, um ihre Nachrichten auszutauschen. Dieser Weg könnte als Wanderweg von Patsch nach Schönberg, nach der Wiedererrichtung einer kleinen Sill-Brücke, die abgerissen wurde (angeblich aus Sicherheitsgründen) als eine Art von einzigartigem Freiheits- und Friedensweg wieder aktiviert werden.

Dazu kommt nämlich auch noch die Tatsache, dass auf diesem Weg auch die historischen Wallfahrten von Patsch und den anliegenden Weilern nach Maria Waldrast über Schönberg in das Gebiet von Matrei am Brenner stattfinden. Oberhalb von Patsch liegt der Wallfahrtsort Heiligwasser und unterhalb, an der alten Römerstraße, einer der ältesten Fundorte für rätische (Briaunen-)Kultur, der Goldbühel (Goldbichl). Alles in allem: Eine Region mit einzigartigen historischen Qualitäten.

3) Die Bahnhofsgebäude könnten als kleines Sozial- und europageschichtliches Museum adaptiert werden. Die Wasserzubringer-Leitungen existieren noch.

4) Der alte Bahnhof aus dem Jahre 1867 diente Jahrzehnte lang auch als Wohnungs-Raum für Bahnbedienstete, die auch Nebenerwerbsbauern waren und für die Landschaftspflege unabdingbar gewesen sind. Die Böschungen wurden durch die Bewirtschaftung vor der Verkarstung geschützt.

Eine kleine Bilddokumentation finden Sie unter der Facebookseite Https://facebook.com/BahnhofPatsch

 

Ich stelle daher den Antrag, die Gebäude wieder unter Denkmalschutz zu stellen und ihren Bescheid der Aufhebung zu revidieren.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Werner Linde

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