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Wir Tarrolla – eine Antwort nach Wien 24. Juni 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Wir Tarrolla – eine Antwort nach Wien in ein paar unbedeutenden Sätzen eines Provinzlers.

Wir Tarrolla schaffen es ja nicht alleine. Wir brauchen immer Hilfe und Belehrung von anderen, insbesondere von sehr gescheiten Profilierten aus dem Osten Österreichs. Von dort aus werden wir beraten, als Gscherte, als Provinzler und sehr oft hat es den Anschein, als würden viele von dort, in der Bundeshauptstadt oder deren nahen Provinzen ununterbrochen nach Westen starren, in den Sonnenuntergang, um bei ihnen die wahre Sonne der Erkenntnis aufgehen zu lassen, wenn hierzulande, in der westlichen Provinz, die Abenddämmerung kommt.

Denn, so erkennen die Weisen aus dem Ostenland Österreichs messerscharf kombinierend,  Tarroll ist ein Land, in dem die Berge den Weitblick verhindern und schon gar den Durchblick über die Weite, wie er in Wien gegeben ist. Daher werden wir auch im Westen via ORF-Zentrale in Wien von vornehmlich Wiener Kabarettisten heimgesucht, die uns an diversen Abenden wissen lassen, dass wir, der Rest von Österreich, nichts wissen und von Unterhaltung schon gar nichts und überhaupt: Es lebe der Weana Hamur und der weinbeißerische Zynismus der angeblich geistvollen Wadlbeißerei.

Und wenn dann einmal der Landeshauptmann von Tarroll zu einem schwarzen Österreicher, der das Nationalheiligtum Fußball in der Fremde aufspielt, den Satz „How do you do“ sagt, weil wir Deppen im Westen die Glanzvollen aus dem Osten, die im Norden, in Deutschland und anderswo kicken, nicht alle kennen, dann passiert das, was man als Massenpsychose bezeichnen kann: Der Häuptling des Hinterwald-Stammes des Tarrolla, der ja selbst in Tarroll im Mittelpunkt der Lagerfeuer- und Pfeifenraucher-Disputen an Stammtischen steht, wird für eine formale Höflichkeit kritisiert, nein ordentlich gebasht, wie dies neuerdings genannt wird.

Denn: Die Fußballer dürfen nur von den Experten aus dem Osten besucht werden und mit dem geistvollen Satz: Sevas, wie geht’s, ollas im Laufn, hähähä, woa a Scherzal am Rande des Feldes, net woahr, begrüßt werden. Kommentatoren aus dem noch westlicher gelegenen Land Österreichs werden – man ist ja in der Nähe der Schweiz und der Bodensee ist ja auch Teil Deutschlands – toleriert, weil der Ball rund, der Schinkels ein Dancing Star und der Schneckerl sowieso sakrosankt ist, derweil der Hansee ja toll poppig auf der Donauinsel rockt, dass einem die Ohren in Tarroll noch dröhnen müssten, wenn diese nicht schon von einem anderen Hansee, diesfalls Hansi, voll getinnitust wären.

Und wenn der Kaiser mit den Uralt-Schmähs gütigst nach Tarroll blickt, wenn der „Geschenktistnochzuteuer“-Abklatsch-Typ aus „Hinterholz 8“ seine Wut herauslässt und dem Strachtler Konkurrenz mit Internet-Sätzen, die seit Jahren dort stehen, macht und wenn sich Scheuba und sein Lesepartner mit echtem Weana Schmäh an den Tarrollern profilieren, dann singen wir die Reblaus und olla is bestens, weil wir hams ja den Gschertn wieda amol eingriebn, ha, ha, ha.

Haudujudu, Wien. Wie geht’s dir mit den Rechten? Wie geht’s mit dem Weana Herz? Wieviel Russen-Mafiosi sind schon heimisch,  in der Steffl-Stadt?

Und wenn der Strachtler in Meidling vor Tausenden spricht, oder in der Innenstadt nächst des Steffl – haudujudu, Wien . . .?

Haudujudu, Wien.

Winfried Werner Linde

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