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Historische Gebäude an der Brennerbahn in Gefahr! 24. Mai 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Eingangsfassade des Alten Bahnhofes in Patsch aus dem Jahre 1867

Bahnhof aus dem Jahr 1867, später als Wohnhaus für ÖBB-Bedienstete und Eisenbahn-Arbeiter, Teil der Sozialgeschichte Tirols

https://www.facebook.com/BahnhofPatsch

Die oben stehenden Bilder und der Link zu Facebook führen zu einer außergewöhnlichen Geschichte: Die Österreichischen Bundesbahnen und vor allem die Gemeinde Patsch, ein Dorf nächst Innsbruck, wollen den Denkmalschutz für die beiden Bahnhofsgebäude an der Bennerbahn aus dem Jahre 1867 (dem Jahr der Eröffnung dieser zu allen Zeiten wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Österreich und Italien über den Brenner) und das Gebäude des neuen Bahnhofes aus dem Jahre 1910 aufheben und die Gebäude schleifen lassen.

Die Verantwortlichen vergessen dabei, dass es sich um ein Stück europäischer Verkehrsgeschichte, um einen wichtigen Teil der Architektur-Geschichte des Alpenraumes in Europa und insbesondere der Eisenbahnen Europas und, nicht zuletzt, um einen Teil der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte handelt. All das würde durch einen Abbruch dieser Gebäude für alle Zeiten verloren gehen.

Seit 1867 taten dort Menschen ihre Arbeit, bewirtschafteten die kargen Hänge entlang der Bahn, hielten sich Haustiere und sorgten damit für die Bewirtschaftung der Kulturlandschaft, für die sonst die Verkarstung und Überwucherung droht.

Die Bauwerke entlang der Brennerbahn, darunter Unzählige Bahnwärterhäuser, in denen Familien über die Jahrzehnte wohnten und Generationen ihre Kindheit wie auch ihr ganzes Leben verbrachten, wurden ohnedies schon teilweise dem Erdboden gleich gemacht.

Nun droht dieses Schicksal den beiden historischen Gebäuden des Bahnhofes Patsch. Der alte Bahnhof war nach dem Bau des neues Bahnhofes ein Personalhaus, in dem mindestens sechs Familien Unterkunft fanden. Alltägliches, Freude, harte Arbeit, karger Lohn, Überlebenskampf und immer wieder das Aufstehen gegen die Macht des Schicksals und die Zerstörung sowie die wirtschaftlichen Krisen und die Armut, die die Kriege seit 1867 mit sich brachten, kennzeichnen auch das Schicksal der Menschen und die Geschichte der Bahn, die das alte Tirol zwischen Kufstein, Lienz (Osttirol) und Bozen (Südtirol) verband.

Wasserleitungen wurden bereits gekappt, um nun die Ausrede zu haben, dass die Gebäude keine Wasserzufuhr haben. Eine ungeheure Desinformation, denn in den Gebäuden gab es immer Wasser, das von Quellfassungen stammte, deren Wasserrechte auch die ÖBB hatten.

Ein Detail am Rande: Am alten Bahnhof vorbei führte der historische Weg aus dem Jahre 1809, den die Tiroler Bauern im Rahmen des Aufstandes gegen Napoleon benützten und der dann ein jährlicher Wallfahrtsweg auf der Strecke von Patsch-Dorf über den Weiler Kehr und Schönberg auf der gegenüber liegenden Talseite nach Maria Waldrast führte.

Die Gebäude gehören saniert und als Ausstellungs- und Kulturräume für die Präsentation der Geschichte der Brennerbahn präsentiert. Zum Bahnhof Patsch könnten zu diesem Zwecke leicht Sonderzüge mit historischen Waggons führen (es gibt mehrer Geleise dort, darunter auch ein Abstellgleis).

Ein Projekt ist in Ausarbeitung.

Jetzt aber muss der drohende Abbruch verhindert werden.

Eine Unterstützung ist möglich, durch Mails an mich persönlich (wwlinde@gmail.com) und durch einen Gefällt mir Klick auf der Facebook-Seite

Ich bitte um Unterstützung. Nicht nur Fans der Bahn. Alle, denen das Stück Kulturgeschichte der Europa-Bahnen etwas bedeutet, sind herzlich gebeten.

Ihr

Winfried Werner Linde

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Kommentare

1. Lois Seidl - 24. Mai 2012

Eine Schande würde man tatsächlich nicht in der Lage sein dieses Gebäude, ein Stück Geschichte und historisches Kulturgut zu retten.

Es wäre unser aller Pflicht eine Petition einzureichen um die Vernichtung des Bahnhofes Patsch zu verhindern.
Ich bin selbst in einem Eisenbahnerhaus groß geworden und ich erinnere mich heute noch gerne daran wie liebevoll dieses noch im Jahre 1970 renoviert wurde. Mittlerweile wurde es von der Generaldirektion Linz an Privat verkauft, die es mittlerweile modernisiert haben.
Trotzdem würde mich interessieren ob die Grundsubstanz der Stiegen und Geländer gleich geblieben ist. Der Dachboden war das wunderbarste „Zimmer“, beheimatete es doch damals als 12 jähriger meine äußerst intensivst ausgebaute Modelleisenbahnanlage.


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