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Die Großen und die Kleinen und die süßen Früchte . . . 7. Mai 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Ein neuer Hit tönt aus den Radios und alle trällern ihn ein bisschen mit. Es ist eine alter Schlager aus dem Jahre 1952 und heißt: „Die süßesten Früchte.“

Die Kleinen und die Großen und das Essen oder das, was übrig bleibt in dieser Welt. Quintessenz: Die Kleinen haben immer den Salat.

Sind wir schon wieder in der Nachkriegszeit, als es wieder etwas zu essen gab, anno 1952, als Peter Alexander und Leila Negra das Lied sangen, das jetzt wieder allerorten tönt. Damals war’s der Trost für die von den Kriegsgewinnlern Ausgebeuteten und die Opfer des beginnenden Wirtschaftswunders wie auch der so genannten Schieber:

Zitat Beginn:

Frau Enterich weihte am grünenden Rain

Ihr jüngstes in alle Geheimnisse ein,

Sie sagte, das Schönste zu fressen, das unsereins hat,

Das ist der Salat.

Das Entelein lauschte und staunte gar sehr,

Es blinzelte frech in der Gegend umher,

Da sah es die süßesten und herrlichsten Kirschen am Baum.

„Mama, pflück‘ sie für mich“, so bat es kläglich

„Mein Kind,“ sagt die Mama, „das ist unmöglich“.

R e f r a i n

Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere, Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind, Die süßesten Früchte schmecken Dir und mir genauso, Doch weil wir beide klein sind, erreichen wir sie nie.

Das Entelein weinte und klagte gar sehr,

Es trug sein gegebenes Schicksal nur schwer.

Doch als es dann groß war, da ging es mit einem Bericht

Vors Hohe Gericht.

„Die Großen“, sagte es, „fressen ganz keck

Die Kirschen und sonstiges weg.

Sie alle beanspruchten darin das nämliche Recht.“

„Was sind das“, sprach die Maus, „für dumme Faxen?

Die Kleinen müßten dann doch erst mal wachsen!“

R e f r a i n

Die Welt ist rund und wie scheint, so gelenkt,

Daß Enten und Mäusen das Leben nichts schenkt,

Sie tragen ihr Schicksal nach altem und tierischen Brauch,

wie andere auch.

Die Großen, die sind ja am Anfang auch klein,

Und wenn sie dann wachsen, dann ist es gemein,

Doch wenn es auch ärgert die Kleinen, die ändern es nicht.

Solang die hohen Bäume Früchte bringen,

Solange werden alle Kleinen singen . . ..  (Zitat Text Ende)

Nun, so die Frage 2012: Wer sind die „Kleinen“? Wer sind die „großen Tiere“? Na ja, Schlager haben ja keine politische Funktion – sie sollen durch Unterhaltung ablenken – wovon?

Die Kleinen haben immer den Salat, weiß die Geschichte des Kapitalismus. Das war früher so und heute so und muss nicht immer so sein.

Stoppen wir die Fresssucht und Gier der Großen, der Banken und Spekulanten, der Geldgeier und der Ausbeuter. Weltweit.

Stoppen wir den Teufelstrend, der als Schicksal hingenommen werden soll: Geld regiert die Welt. Ergebnis: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.

Nicht nur im Gebiet, in dem dieser Schlager nun wieder zum Hit geworden ist. Überall. Und dort wo schon Armut herrscht, besonders.

Wehren wir uns. Als Mutbürger. Wir sind die Vielen.

Venceremos.

(Winfried Werner Linde)

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