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Daten-Geheimnisse in Innsbruck 26. April 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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In Innsbruck kursiert derzeit ein Brief der Bürgermeisterin an Menschen, die aus Bosnien, Serbien oder Kroatien stammen. Soferne sie wahlberechtigt sind, sollen sie die Bürgermeisterin wählen, weil ihr Kontrahent die „anderen“ Innsbrucker ausgrenze.

Der Brief ist eine Einmaligkeit und noch nie in einem Wahlkampf wurde zu einem derartigen Mittel der Verunglimpfung des Mitbewerbers gegriffen.

Nun, derlei wäre nichts Besonderes.

Das Besondere ist, dass der Brief in Serbokroatisch abgefasst ist. Woraus sich ergibt, dass der Fraktion der Bürgermeisterin, die ja auch Bezirkshauptmann ist, neben dem normalen Wählerverzeichnis auch noch andere Daten zugänglich gemacht wurden.

Herkunft, Muttersprache und andere Details, die dem Datenschutz unterliegen.

Es liegt also der Verdacht nahe, dass hier, durch das Schreiben der Bürgermeisterin in ihrer Funktion als Obfrau des wahlwerbenden Vereines „Für Innsbruck“, der Datenschutz zumindest verletzt wurde.

Und die berechtigte Frage muss gestellt werden: Wer hat den Auftrag erteilt, die Daten zu öffnen und damit dem Wahlkampfteam von Bürgermeisterin Oppitz-Plörer zugänglich zu machen.

Und die weitere berechtigte Frage ist, ob hier nicht Amtsmissbrauch vorliegt.

Und die weitere Frage: Welche Konsequenzen gibt es? Auch seitens der Staatsanwaltschaft, die hier tätig werden müsste. Von sich aus.

Von der Datenschutzkommission ganz zu schweigen.

Viele Fragen.

Bitte um Antworten.

Winfried Werner Linde

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Kommentare

1. dtklose - 27. April 2012

Danke WWL für deine Fragen – bin auch schon gespannt auf die Antworten, so überhaupt welche gegeben werden. Sollte dieser infame Brief wirklich in „serbokroatisch“ verfasst worden sein, weise ich auf eine weitere mehr als unpassende Vorgangsweise hin: die neuen Länder „Ex-Jugoslawiens“ legen großen Wert darauf, auch sprachlich nicht mehr in einen Topf geworfen zu werden – Serben sprechen serbisch, Kroaten kroatisch, Slowenen slowenisch…

2. Simon S. - 27. April 2012

Nachdem sich die Bürgermeisterin selbst nicht zu dem Brief geäußert hat wird ihr „Serbokroatisch“ wohl von jemand anderem angedichtet, ist in dem Fall schon mal schlecht recherchiert… Und wenn ich so durchschaue, was die letzte Zeit in meinem Briefkasten gelandet ist… Das waren lauter sogenannte „Zielgruppenmailing“, wo mehr Daten zur Verfügung stehen müssen als die, die in der Wählerevidenz stehen. Und am Besten wars bei meiner Mama. Die ist inzwischen in Pension und hat 4(!!!) Briefe an einem Tag vom Platzgummer bzw. Seniorenbund erhalten. Schon peinlich, wie von allen Seiten 3 Tage vor der Wahl Scheiße verbreitet wird…

3. Maria - 27. April 2012

jeder Fraktion stehen die Adressdaten zur Verfügung. Mit ein wenig Geschick lassen sich Daten beliebig abfragen. In meiner Familie haben meine Kinder (Erstwähler) auch Briefe vvon der ÖVP erhalten die anders formuliert waren als jene an mich…

4. mr. pinapple - 27. April 2012

und Österreicher österreichisch ?!?!?! anscheinend nicht.

wwlinde - 27. April 2012

Ich bin ein alter blondweißer Ösi – der Eintrag ist mir geistig zu hochstehend und ich verstehe ihn nicht.

5. mori31 - 27. April 2012

Zum Verdacht auf Amtsmissbrauch gibt es sicherlich noch andere Beispiele, wie zum Beispiel die Erdaushub-Deponie in Amras, die seit fast 3 Jahren besteht, ZWISCHEN WOHNHÄUSERN errichtet wurde, zu unerträglichen Staub- und Lärmbelästigungen für die Bewohner führt und trotz mehrerer Anzeigen bis heute existiert und der Erdaushubfirma quasi als Betriebsgelände dient!! Für die Bürgermeisterin ein normaler Vorgang, den sich InnsbruckerInnen gefallen lassen müssen – von wegen lebenswertes Innsbruck. So reiht sich eine Lüge an die andere.

6. Hannes - 29. April 2012

es ist kein datenmissbrauch. jede Partei hat alle Daten zur Verfügung…

7. mal nebenbei - 29. April 2012

zum Beitrag von Simon S.
Meine Mutter hat diesen Brief des Seniorenbundes auch erhalten.m Ich zitiere Hr. Kritzinger… „Dr. Platzgummer hat bisher alles, was er angefasst hat, mit Fleiß und Einsatz zu einem Erfolg geführt. Das muss man auch einmal benennen. Er gehört zur geistigen Elite“….
Es wird aber in keinster Weise darauf hingewiesen, was er denn zu einem Erfolg geführt hat.
Noch bin ich der Meinung dass der Brief von „Für Innsbruck“ nicht von der Bürgermeisterin verfasst bzw in Auftrag gegeben wurde. Sollte das allerdings zutreffen – ist es sehr enttäuschend!


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