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Festplatten-Abgabe: Aufruf der IG AutorInnen. 24. April 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Aus gegebenem Anlass, wie man gemeinhin sagt, und weil Autorinnen und Autoren nicht das Letzte sind und von ihren Produkten auch leben müssen, wo immer und wann immer sie zu welchem Thema auch immer geschrieben wurden, habe ich selbstverständlich den nachfolgenden Aufruf und die Forderung nach einer Festplatten-Abgabe mit unterzeichnet.

Es geht nicht an, dass nach wie vor die meisten Schreibenden unter der Armutsgrenze leben und dass, andererseits, jeder im Internet Werke kopieren kann, die dann weiter verbreitet werden – in welcher Form auch immer.

Wir sind nicht die Parias der Kultur-Gesellschaft.

Winfried Werner Linde, Innsbruck-Igls

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren!

Zum heurigen Welttag des Buches haben die IG Autorinnen Autoren, die Literar-Mechana und der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels eine gemeinsame Pressekonferenz veranstaltet, bei der die Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Dr. Claudia Schmied, ihre Unterstützung zur Verwirklichung der Festplattenabgabe erklärt hat. Die Festplattenabgabe, mit der die Leerkassetten- und Reprographievergütung fortgesetzt werden soll, besteht in Deutschland seit 2008. Es werden aus der Leerkassetten- und Reprographievergütung nicht nur Tantiemen bezahlt, sondern auch Sozialleistungen erbracht (Notfälle, Versicherungsbeiträge, Pflegeleistungen) und Förderungen vergeben (Nischenproduktionen, Ausbildungsveranstaltungen, Übernahme von Autoren- und Lesehonoraren). Finden die Leerkassetten- und Reprographievergütung in der Festplattenabgabe keine Fortsetzung, müssen diese Leistungen entfallen. In Reaktion auf die Befürwortung der Festplattenabgabe durch die Ministerin haben Einrichtungen aus der Wirtschaft mit heftigen Zurückweisungen reagiert, der Anspruch auf bezahlte Nutzungen von urheberrechtlich geschützten Arbeiten wurde als „Raubrittertum“ bezeichnet. Es ist zu befürchten, daß es den Gegnern von urheberrechtlichen Vergütungsansprüchen gelingt, einmal mehr die Durchsetzung des Rechtsanspruchs von Urheber/inne/n weiter zu verzögern, wenn nicht gar zu verhindern. Wir ersuchen deshalb um namentliche Unterzeichnung des beiliegenden Aufrufs, am einfachsten per Antwortmail (mit Titel, Namen, Berufsbezeichnung/Funktion, Ort bzw. bei Einrichtungen: Name der Einrichtung, Ort), damit die in Deutschland bestehende Festplattenabgabe auch in Österreich umgesetzt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen Gerhard Ruiss

Aufruf der IG Autorinnen Autoren Her mit der Festplattenabgabe! Her mit den Bezahlungen für die Nutzungen unserer Arbeit!

Seit Jahren werden wir vertröstet: Man will für uns bessere vertragsrechtliche Bedingungen im Urheberrecht schaffen, wir sollen eine Abgabe auf Breitbandanschlüsse bekommen, wir sollen auf die Grundsicherung warten und wir sollen zusehen, wie alle, ausgenommen unsere Vertragspartner, mit unseren Werken machen, was sie wollen. Fordern wir die Abgeltung unserer Leistungen, erklärt man uns, es würde ohnehin zu keinen Verwendungen unserer Werke kommen. Auf Festplatten würden ausschließlich eigene Sachen und bezahlte Werke gespeichert werden. Wo leben die Vertreter solcher Behauptungen eigentlich, daß sie nicht wissen, was man auf Festplatten alles speichern kann und was auf Festplatten alles gespeichert wird? Von welchen schon bezahlten Werken sprechen sie, wenn ihnen nicht geläufig ist, daß mit dem Kauf das Recht zur eigenen Verwendung und nicht zur Vervielfältigung und Verbreitung verbunden ist? Wir haben die Hinhaltetaktiken satt. Vor zehn Jahren hat das österreichische Parlament sich zum letzten Mal mit Urheberrechtsfragen beschäftigt. Wir haben es satt, als hilflose, lebensunfähige Almosenempfänger hingestellt zu werden. Jeder Anspruch auf Bezahlung unserer Leistungen, den wir haben, wird mit Aussichten auf Förderungsmaßnahmen und die Grundsicherung quittiert. Kunst ist Arbeit, und für Arbeit erhält man Geld, keine Spenden und keinen Zuschuß! Wir wollen die Festplattenabgabe umgehend, jetzt! Wir wollen nicht nur die Festplattenabgabe, wir wollen auch eine Abgabe für die Nutzungen per Cloud, und wir wollen sie für jede Nutzungsform unserer Arbeit. Wir haben keine Lust, weiterhin die gewinnträchtigsten Entwicklungen mit unseren kostenlos genutzten Werken zu subventionieren. Es gibt keinen einzigen Grund, warum wir uns weiter vertrösten lassen oder auf das Entstehen von angeblich neuen Möglichkeiten durch solche Nutzungen warten sollen. Wem es ernst ist mit den neuen Möglichkeiten, der kann es leicht beweisen, durch die Verwirklichung von entsprechenden Gesetzen und durch die Bezahlung unserer Arbeit. Unterzeichnet/mitunterzeichnet von: Gerhard Ruiss, Ludwig Laher, O. P. Zier, Sylvia Treudl, Nils Jensen, Heinz Lunzer, Werner Richter, Karin Ivancsics, H. Wolf Käfer, Erika Kronabitter, Manfred Chobot, Robert Huez, Peter Paul Wiplinger, Ulrike Längle, Andreas Kövary, Dieter Scherr …

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