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Zu einigen dieser Fragen und keinen Antworten – in Tirol 4. April 2012

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Zu einigen dieser Fragen und keinen Antworten.

von Winfried Werner Linde

 

Auch wenn ihr euch nun

verschämter denn je,

in die Bannmeile der Ausflüchte

zurückzieht,

dort wo die Macht korrumpiert,

die Tatsachen zu Ausreden mutieren,

Tirol bleibt unser,

ein Gastland der Menschlichkeit,

in dem das Gesetz des Verstehens gilt.

während die  Unsäglichkeit

des Unverständnisses

in den Abgrund der Verneinung

der Menschlichkeit führt,

weil  viel zu viele schweigen,

wenn gegen Menschen gehetzt wird.

Ich mag nicht mehr schweigen,

weil ich mich wundere,

dass ich so lange geschwiegen habe.

Geschwiegen aus der beschämenden Erkenntnis,

einmal Teil des Systems gewesen zu sein,

nachdem ich Jahre vorher dies immer verweigerte,

zu diesem System zu gehören

oder anderen Zwängen,

geschwiegen aus der Erkenntnis,

dass noch immer gesagt werden muss,

was nicht gesprochen wird,

geschwiegen,

weil Angst gegenwärtig war,

weil man sich zu groß sieht,

wenn man von klein auf klein war.

Man kann immer aufbrechen,

sagen: Das war’s,

das war’s für mich,

man kann immer aufbrechen,

sagen: Was einmal Meinung war,

das setzt sich nicht mehr fort.

Man kann immer aufbrechen,

zur Menschlichkeit,

zur bisher verleugneten,

nicht aber zu jener der Verlogenen,

nicht aber zu jener der Feigen,

nicht aber zu jener von denen,

die Menschlichkeit als Wort

viel zu häufig missbrauchen,

weil sie ihr nicht leben.

Es ist genug

der Dummheit der Regierenden,

genug der Dummheit der Jagdgesellschaften,

der Abschreiber,

der Ewig-Gestrigen.

Genug der Dummheit der Mitmarschierer,

der Mitläufer,

der Werte-Entzieher des Volksvermögens.

Es ist genug der missbrauchten Macht.

Ich brauche keine Namen zu nennen,

weil jeder weiß,

der sich betroffen zu fühlen hat,

dass die Stunde des Erwachens gekommen ist,

des Aufgerüttelt-Werdens,

die Stunde der Absager an die Absahner.

Wenn einer aufsteht und sagt:

Wir sind Tirol,

dann ist es Zeit aufzustehen,

leise und immer lauter

anzumerken: Wir auch.

Wir sind Tirol.

Zu lange geschwiegen, ja,

zu lange feige gewesen,

zu lange nicht

von Angesicht zu Angesicht gesprochen:

Mir reicht’s.

Doch jetzt ist wieder die Zeit geworden,

aufzustehen,

nicht zu schweigen,

den aufrechten Gang zu leben

und nicht mitzumarschieren

in den dicht geschlossenen Reihen der Mitläufer.

Nicht zu schweigen,

zu lange geschwiegen. Zu lange.

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