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Merkbemerkungen zum Glauben, von Winfried Werner Linde 22. April 2011

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Merkbemerkungen
zum Glauben (2000)

Ölberg

Oberhalb,
in den jenseitigen Sphären,
das Buch mit den sieben Siegeln,
der apokalyptische Reiter.
Dein Wille geschehe,
Todesengel.
In der Versuchung liegt
keine Erlösung.
Mütter schärfen niemals die Schwerter.
Männer schänden die Menschlichkeiten.
Über die Kontinente dräut die Angst.
Ist der Mensch allein die Lösung,
für all das, was er verursacht?
Es geschieht das letzte Zeichen
vor dem endlos langen Lied der Ewigkeit,
auf dass die Welt zur Erde wird.
Denn der Planet ist Teil der Menschen.

Kreuz

Ich sehe die Öfen von Auschwitz
herauf lodern in die Zukunft.
Die flammenden Öfen,
Menschen fressende Feuer,
getötete Todesengel
zwischen verbrannten Mauern.
Mein Gott,
warum hast Du die Menschen verlassen?
Zwischen den Häusern
überall
kriechen noch immer die Tod speienden Maschinengewehre.
Flammenwerfer verbrennen
die Angst in den Blicken,
– die letzten Körner der Nahrungsfrüchte.
Der Hunger peitscht
die Körper.
Alle zwei Sekunden verhungert
ein Kind
und darüber steht noch immer,
noch nach Jahrhunderten,
die Frage nach dem Warum.
Der rechte Schächer am Kreuz
flucht dem römischen Hauptmann.
Der linke Schächer
am Kreuz,
hat Spuren von Barmherzigkeit.
Seine Spur führt auf die Erde,
ins Paradies,
dem die Vernichtung droht.
Doch noch keimt Hoffnung,
aus den Blicken der Kinder.
Noch keimt Hoffnung
aus dem Wissen um den Tod am Kreuz.
Das Opfer gelang für alle Zeiten.

Auferstehung

Die sieben Leuchterengel
wurden zur Wahrheit.
Ordnung erstand aus dem Chaos.
Wille durchdrang die Todesangst und überwand den Tod selbst.
Weisheit wurde nicht angenommen, Lehren verworfen.
Ernst überwand die Oberflächlichkeit der Heiterkeit und des Egoismus.
Geduld wurde zur Auflehnung.
Liebe ist der Tag der Gegenwart, doch nur wenige erkennen ihn.
Barmherzigkeit muss noch kommen.
Frauen und Männer,
einig im göttlichen Dual,
hinein gelegt in die Welt,
geboren aus dem Licht.
Gott selbst starb,
stieg in die Todesangst,
überwand die Verstossung
seiner Schöpfung.
Leben ersteht wieder, aus den Trümmern des Diesseits.

Frühling
Aus dem Eis
ewigfrostiger Gedanken,
zwischen fröstelnden Blutstropfen,
sinnenlos verströmtem Samen,
ersprießt der Zufall des schöpferischen Willens.
Verdorrtes,
Namenloses,
ewig verdammt scheinend,
wird zu aufstrahlendem Licht erhöht.
Verbrannte Dornenbüsche,
zerriebene Früchte,
in Asche gezeugt
erblühen.
Ein Kind schreit den Schmerz heraus.
Aus der Wärme der Mutter
gebar es sich in die frostende Kälte des Lebens.
Der Himmel vereinte sich
Sekunden lang
mit der Welt.

Sommer


Nachtgesichtig
ein fahler Mond.
Der einsame Reigen,
schweigend getanzt,
führt zur Vereinigung.
Millionenfach die bange Frage:
Wohin stürmt uns der Sinnenrausch?
Dorthin, flüstert es aus dem Ich.
In die Urangst, pocht es aus der Seele.
In die Freiheit, hofft es aus dem Kopf.
Nachtschlafende Elfen,
Naturgöttinnen,
erwachen aus der Dunkelheit,
werden hingeführt zum Licht.
Spiegeln sich in unendlichen Farbenwelten.
Ein einziges Bild wird Traum.
Ewiger Traum von der Hoffnung.

Herbst
Vergeblich verschüttet sich
rostroter Wein,
vergeblich verglommen
das Blühen der Kirschen.
Vergeblich geküßt,
die Lust an heissen Wangen.
Vergeblich geatmet,
das Schenken der Liebsten.
Vergeblich gesungen,
das Lied von der Sehnsucht,
vergeblich errungen,
die Wahrheit verklungen,
hinein in das Sein.
Aufbrechen wieder die Ängste.
Aufbrechen wieder die Schmerzen.
Aufbrechen wieder die Fragen:
Wann war Anfang?
Wann kommt das Ende?
Es wird sein – irgendwann.

Winter
Der Urschmerz,
der Urkälte,
die Geburt
kehrt zurück.
Der letzte Seufzer,
bevor sich das Eis des Lebens
über die Körper legt,
bevor die Seele
das Lied von der Sehnsucht
nach Heimkehr singt.
Die letzte Einsamkeit
des verdorrten Baumes
der Mensch genannt wurde.
Ein Kind stirbt im Frühling,
am ersten Schrei.
Ein Mensch vergeht im Sommer,
am Leben selbst.
Hingemetzelt vom freien Willen.
Ein Einsamer durchwandert den Herbst,
in der Hoffnung auf den Tod.
Der Winter zeichnete seine Spuren
ein Leben lang.
Die Überwindung
Die Götzen an den Marterpfählen der Weltgeschichte
vergehen im Licht der Auferstehung.
Die Herrlichkeit der Überwindung der Mauer,
die vom sogenannten Bösen zum Guten führt,
von der Angst in die Hoffnung,
von der Einsamkeit in die Gemeinsamkeit aller Menschen guten Willens,
überstrahlt die allumfassende Dunkelheit von Irrtümern und Irrlehren,
von Ahnungslosigkeiten und Egoismen,
die zum absoluten Nichts führen.
Die Erzengel erstehen wieder in neuen Menschen,
die im Diesseits der Erde
die Botschaften Gottes verkünden.
Wahrheit verändert.
Alles andere verharrt in der Düsternis dessen,
was die Menschen geschaffen,
als sie sich, allmächtig fühlend,
mit dem Bösen verbanden.
Das Erschaffene schuf selbst Werke.
Doch die Bilder verschwammen,
vergingen in das Niemandsland
zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.
Zwischen den Sphären des Lichts
und der Schwärze von Fahlgesichtern,
die an Totempfählen hingen
und die die Städte bauten,
die zu Stätten des Nicht-Verstehens mutierten.
Die Botschaft des Herzens,
der Liebe Gottes,
der Barmherzigkeit,
verklingt nicht im großen Halleluja.

Winfried Werner Linde

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Kommentare

1. Kordula Rainer - 22. April 2011

Meine Ostergedanken:
Jeder einzelne kann dazu beitragen, positive Gedanken = Energie, Power = auszusenden. Mein Bestreben ist es, die G-Wörter – Güte, Gesundheit, Glück, Geduld, Geld, Gerechtigkeit, Gut, … – in meinen Gedanken und Worten zu gebrauchen und meine Energie nicht an negative Gedanken, Worte und Handlungen zu vergeuden.


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