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Atomenergie brauchen wir nicht – Ein Beitrag von Arch. DI Michael Prachensky 16. März 2011

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Aus gegeben Anlass:
Der Kriterienkatalog der Tiroler Wasserkraft muss mit zukünftigen, technischen Entwicklungen ergänzt werden.
Die direkte Stromspeicherung überlagert die derzeitige Philosophie erneuerbaren, alternativen Energien.
DI Michael Prachensky 14. März 2011
Es herrscht derzeit Goldgräberstimmung in der alternativen Energie- besonders die Wasserkraft erlebt Hochblüten in unseren sensiblen Alpen. Es werden in naher Zukunft die sogenannten „Grauströme“ aus fossilen Brennstoffen und Atomstrom zum Hochpumpen des Wassers in die Speichern nicht mehr möglich sein. Der weltweite Ausstieg aus der Atomstromgewinnung und Vermarktung ist bereits programmiert.
Der Angriff der Kraftwerkslobby auf unsere Gewässer ist massiv. Viele Gewässerstrecken sind durch Klein- und Großwasserkraftanlagen unterbrochen und dadurch die Ökologie massiv beeinflusst. Die Schlüsselstelle all dieser Maßnahmen ist der fehlende „Stromspeicher“, der Strom speichert, wenn er erzeugt wird und freigibt, wenn er benötigt wird. Heute „verpufft“ unendlich viel Strom in den „Monopolleitungen“ der TIWAG, der ÖBB und des Verbundes. Ebenso sind die in Planung befindlichen GRID-Hochspannungs-Leitungen vom Landschaftsbild und vom Elektrosmog äußerst problematisch. Der Solarstrom von der Sahara bzw. der Windstrom aus den Alpen und den Meeresküsten bzw. der von den Pumpspeicherkraftwerken gewonnene Strom über die Hochspannungsleitungen zu den Industriehochburgen quer durch Europa „gepflügt“ werden.
Alternativen, erneuerbaren Strom erzeugen, Strom speichern, Strom sparen und intelligent Strom verteilen wäre in Zukunft besser angesagt. Damit können sicherlich 30-40% der derzeitigen Stromgewinnung effektiver genutzt werden und gehen nicht verloren. Mit dieser Technologie gibt es sehr viele Möglichkeiten für die bestehenden und neuen kleinen Wasserkraftanlagen, Microkraftwerke- Wasser, -Wind, -Fotovoltaik, -Solar, -Biogas, – Geothermie, – Wärmepumpen etc. mit den Nano-Brick-Stromspeichern einzubringen und untereinander mit Bodenkabel zu vernetzen.
Mit dem Baustein der Stromspeicherung, wird die alternative, erneuerbare Stromerzeugung und der gesamte E-Mobilmarkt revolutioniert. Die Nano-Brick-Stromspeicher Forschung ist sehr weit gediehen und hat die Lithium-Ionentechnik bereits überholt. Auf Kohlenstoffbasis aufgebauten speziellen Nano- Strukturen ermöglichen eine -zigfache Ladekapazität der derzeitigen Entwicklung. Diese erzeugen keine Säuren, erwärmen sich kaum, explodieren nicht und sind dynamisch Be- und Entladbar. Zudem sind diese gegenüber den Bleiakkumulatoren und Lithium-Ionen Technik umweltfreundlich recycelbar. Kohlenstoff ist weltweit problemlos erhältlich – nicht wie Lithium, das primär nur in China, Argentinien und Bolivien abbaubar und daher in politischer Abhängigkeit gerät. Die neuen Nano-Stromspeicher-Brick sind in der Forschung entwickelt und werden ca. in drei Jahren auf dem europäischen Markt für die verschiedensten Anwendungen erhältlich sein.
Mit diesem Konzept kann zum Großteil der Stroms für die Wohn- und Arbeitsstätten in Tirol abgedeckt werden. Es wird einige Jahre dauern, bis die derzeitige „zentrale“ Stromverteilung in eine „dezentrale“ übergeht – sie ist jedoch nicht mehr aufzuhalten. Die bestehenden Kraftwerke sind auf diese ökologischen Anforderungen umzurüsten.
Die seinerzeitige Monopolphilosophie des „Dritten Reiches“ als Versorgungsverpflichtung an das „Deutsche Volk“ hat heute nicht mehr diesen Stellenwert. Krampfhaft wird jedoch an diesen überholten Strukturen festgehalten- diese sind am EU- freien Markt auszuschreiben, um dem Bürger die wirtschaftlichste Lösung zuzuführen. Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, auf Kosten der Bürger Millionen €uros zu verdienen. Der freie Strom-, Öl-, Gasmarkt wurde EU-weit bereits genehmigt – er muss in einigen Bundesländen, wie u.A. in Tirol in den Landesgesetzen, noch umgesetzt werden – die maximalen Durchleitungskosten in den Hochspannungsleitungen und in den Pipelines sind ebenso in ihrer finanziellen Größenordnung definiert.
Ich bin in unserem alpinen Raum für alternative, erneuerbare Energiegewinnung durch Sonne, Wind und Wasser jedoch mit High-Tech Anlagen und dezentralisierten Netzen in einem menschlichen Maßstab. Die einzelnen Gemeinden und private Kraftwerksbetreiber haben wieder eine Chance unabhängig und wirtschaftlich eigenen Strom zu erzeugen, zu speichern und dezentral mittels Kabel zu vernetzen. Dadurch kann wesentlich mehr Restwasser in den Bächen verbleiben bzw. mit speziellen Wasser-Durchfluss-Anlagen sind keine ökologische Nachteile zu erwarten. Die Bäche müssen dann nicht mehr wie in „Neustift“ für große Speicherseen über Stollen ausgeleitet werden, sondern können selbst wirtschaftlich genutzt werden. Weitere Diskussionen der Mindestwassermenge stehen an: Beispielhaft: Sillkraftwerk, Lech-Steeg, Dirschenbach, Prägraten-Virgen, Obere Isel, Isar-Scharnitz, Flusskraftwerk Telfs, Breitenbach etc. etc. Der gesamte Kriterienkatalog ist damit zu überarbeiten.
Kleine Micro- Windräder am eigenem Haus, Fotovoltaikanlagen der neuesten Generation am Dach, bzw. private Micro-Wasserräder, Trinkwasser- bzw. Brauchwasser Kraftanlagen und Biogasanlagen aus naher Umgebung ist eine Option, die ihren gewonnen Strom selbst speichern und über dezentrale Kabelnetze von Haus zu Haus weiterleiten und gegenseitig vernetzen. Für die „private“ Haushalt Stromerzeugung genügen ca. 15 m2 Photovoltaik-flächen, ein High-Tech-Micro-Windrad auf einem Einfamilienhaus, um den Strombedarf abzudecken. Zusätzlich können die neuen Elektroautos mit dieser Stromspeichertechnik, die Tagesradien von 2500 km (derzeitiger Labortest) befahren werden und die Bremsenergie gespeichert und bei Bedarf genutzt werden kann. (E-Car, E-Lkw, E-Bus, E-Lok, E-Bike, E-Lift, E-Computer und Notstromaggregate etc). In der Summe ergeben diese Elektro-Bricks einen vernetzten Megastromspeicher, der den Nutzern mit wirtschaftlichem Strom zugute kommt. Ökologie und Ökonomie kann damit besser in Einklang gebracht werden.
Die Tiroler Pumpspeicher-Wasserkraftanlagen erzeugen ein wenig Grundlast, primär wird Spitzenstrom für den Export in die Industriehochburgen verkauft, der durch billigen importierten „Graustrom“ aus fossilen Kraftwerken bzw. mit Atomstrom in den Unzeiten wieder hoch gepumpt wird. Es entstehen durch das differierte Ein- und Ausschalten der Pumspeicherkraftwerke in der E-Zentrale bei Köln laufend ein „Intervalle“ Schwall- und Sunkbereiche, die in den nachfolgenden Ufern unserer heimischen Gewässer, die Ökologie der Flora und Fauna und damit die Fischlaichplätze, Gehölze und Habitate beeinträchtigt bzw. zerstört. Die bestehenden Tiroler-Pumpspeicher-Kraftwerke sollten mit den Nano-Brick-Stromspeichern nachgerüstet werden. Strom speichern und dann weiterleiten, wenn er benötigt wird, ermöglicht einen „kontinuierlichen“ Wasserabfluss, der die Stau- und Absenkbereiche der Ufer unserer Gewässer völlig beruhigt und einer natürlichen Ökologie zurückführt – betonierte Fischtreppen und Wehre werden nicht mehr notwendig sein.
Pumpspeicherkraftwerke bürgen nach wie vor ein Gefahrenpotenzial durch Dammbrüche, Bergrutsch, Terrorismus etc. trotz ausgeklügelter Technik, Katastrophenpläne und Simulationsmodellen. Die seinerzeitige Katastrophe von Longarone 1963 in Italien hat dies gezeigt. Durch einen Hangrutsch von 260 Mio. Kubikmeter Dolomitgestein in den Stausee wurden zwei Dörfer, die Staumauer und die Stadt Longarone mit einer riesigen Flutelle überschwemmt. Es gab ca. 3000 Tote.
Es ist unglaublich, dass es in Tirol Seitenbäche mit geringem Restwasser bzw. überhaupt trockene Bachbette gibt. Nur als Beispiel: Der Dirschenbach zwischen der Maxhütte (Reith) und Dirschnbach am Inn, wurde seinerzeit auf Grund alter Vereinbarungen still gelegt. Die EU Wasserrichtlinien sprechen immer von mindestens 20% Restwasser, was bis heute noch nicht umgesetzt wurde. Die Zuständige BH in Innsbruck entschuldigte sich laufend – Wasserrechtsverfahren dauern leider so lange …. Dazu kommt noch, dass das Staubecken des Kraftwerkes fallweise und nach Gutdünken ohne Vorwarnung des Kraftwerkbetreibers wegen notwendiger Spülung in das trockene Bachbett ausgelassen wird. Zig-Dutzende Fische liegen jedes mal tot in den Schotterflächen des Gerinnes. Die Dirschenbachschlucht ist eines der schönsten „Kleinschluchten“ in Tirol. Der weitere Abschnitt zum Inn führt über einen betonierten Zufluss vom wieder wassergeführten Kraftwerk Dirschenbach und vom Giessen unter der Autobahn zum Inn. Das ist einmalig, einfach ökologisch „sehenswert“– die eingewanderte Biberfamilie kam vor einigen Jahren durch die Betonrohre vom Inn her in den Giessen, wo sie ihren Biberdamm und Burgen errichtete. Wasserkraftwerke werden in Tirol jedoch dem Naturschutz vorgezogen – im Zweifel für die Wirtschaft, ist heute kein Argument mehr – Technologiesprünge sollen im Einklang mit Ökologie und Ökonomie sein.
Mit diesen eingebrachten Erkenntnissen der Stromspeicher können die Gewässer wieder ökologisch in den verschiedensten Klassen ohne Staustufen und Speichern rückgebaut werden. Es können weitere Tabuflächen geschaffen bzw. rückgebaut werden. Retentions-flächen für Hochwasserschutz, Ausweitung der Auenlandschaft mit ihren Habitate für die Schotterbänke und natürliche Anbindung der Seitenbäche ohne „Betonröhren“, natürliche Auffangbecken und durchgehende Gewässer können im Rahmen der Wasserrichtlinien die Gewässer bis 2027 ein „guter Zustand“ erreicht werden. Die EU Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) sind mit diesen neuen Erkenntnissen zu überarbeiten.
Durchlaufwasserkraftwerke ohne Staustufen, Turbinen-Wasserkraftanlagen mit hohem Restwasseranteil von bis zu ca. 80 % bzw. Pumpwasser-Speicherkraftwerke ohne „Graustrom“ bei „erhöhter Energiegewinnung“ werden mit Hilfe der Nano-Brick-Stromspeicherung es werden.
Mit der von der EU geforderten Gesetzesänderung des „freien Stromeinspeisungs-Gesetzes“ kann 2011 der Anfang gemacht werden. Die Tiroler Landespolitik ist gefordert, Energie für den Bürger leistbarer zu machen! Die stets steigenden Kosten bei Gas, Öl-, Benzin-, und Dieselimporten werden ihres dazu beitragen – wir benötigen umgehend erneuerbare, umweltfreundliche Alternativen in der Stromerzeugung, Stromspeicherung und Stromeinsparung (Rebound Effekt).
Der gut gemachte, evaluierte „Kriterienkatalog“ des Landes Tirols, unter dem zuständigen LR Anton Steixner muss überarbeitet und auf diese zukünftigen technischen Erkenntnisse eingehen. Importierter Atomstrom darf in Österreich nicht mehr zugelassen werden.
Der Nano-Hochleistungs-Stromspeicher-Brick – ist eine Entwicklung der CEP Corporation
DI Michael Prachensky
Atelier für Innovation, Architektur und Kunst
Panoramaweg 560
A-6100 Seefeld
Mob.: +43 664 30 84 512
Skype: prachensky-tel
E-Mail: michael@prachensky.com
Web: http://www.prachensky.com

http://www.prachensky.com/michael/projekte/Nano-Brick/nano-brick-wasserkraft.php

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