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Brennerbasistunnel – Maulwurfsarbeiten sind keine Lösung der Umwelt- und Transitprobleme im Lebensraum Tirol 11. Januar 2011

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Österreichs Verkehrsministerin Doris Bures überkam jählings die Erkenntnis: Der Baubeginn des Brennerbasistunnels wird in das Jahr 2016 verschoben. Es fehlt Geld.
Geld fehlt auch für den Baubeginn, der von der durchaus noch optimistischen Tiroler Landesregierung für 2011 erhofft wird. Immerhin leisteten sich die Landes-Granden eine Subvention von 100.000 Euro für die Werbungs- und sonstigen Kosten einer Demonstration der Bürgermeister und einiger Unentwegter f ü r den Bau des Tunnels. Eine vergebliche Geldverbrennungs-Liebesmüh mit dem Geist von vorgestern.
Frau Ministerin Bures wird gut daran tun, das gesamte Projekt mit der EU zu überdenken und keinen politischen und finanziellen Scherbenhaufen um diesen Maulwurfs-Verkehrs-Tunnel zu hinterlassen. Derzeit sind, Stand Ende 2010, offiziell rund acht Milliarden Euro für diesen Tunnel geplant, dessen Bauzeit (rechnet man den Gotthard-Tunnel mit seinen über fünfzehn Jahren allein für die Grabarbeiten) voraussichtlich bis zur endgültigen Fertigstellung fast bis zum Jahr 2030 dauern wird.
Ein kurzer Telefonanruf bei Finanzierungskosten-Experten hätte zudem genügt, um das Ganze hochzurechnen: Der Brennerbasistunnel wird, alles in allem, weit über 20 Milliarden, eher 25 Milliarden Euro kosten. Wie gesagt: Hochgerechnet.
Dabei würde genügen, den Verkehr durch die so genannte Inntal-Furche und das Wipptal über die Autobahn zum Brenner einerseits auf die derzeit existierende Bahntrasse, die ohnedies neu „renoviert“ wird, zu verlagern und, andererseits, den Durchzugs-Verkehr insgesamt durch eine höhere und die derzeitigen Kosten deckende Straßenabgabe (Maut) einzuschränken. Die Nahversorgung der TirolerInnen bleibt davon unbetroffen, der heimische Verkehr auch.
Das Verkehrsdurchhaus Tirol ist nämlich nur solange attraktiv, solange es die billigste Route über die Alpen ist – eine Tatsache, die das Transitforum und LA Fritz Gurgiser, seit Jahrzehnten propagieren und auch beweisen.
Dazu kommt, dass es längst Alternativen für den Bahnverkehr und Planungen (fast) ohne Monster-Tunnel gibt, die von Architekt Michael Prachensky im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit anderen Technik-Experten von Weltrang aufgezeigt wurden. Doch diese wurden bislang nicht einmal ignoriert. Lieber verpulvert man Abermilliarden, die die Volksverschuldung in Österreich, Italien und der gesamten EU in unzumutbare Höhen treiben, als dass man sich dieser Alternativen annimmt.
Bis zum Jahre 2016, das Ministerin Bures nun nannte, hätte man längst ein Projekt ohne Maulwurfsarbeiten entworfen. Das sagt einem schon der Hausverstand und ein paar Gespräche mit Fachleuten hätten diese Infos auch für die PolitikerInnen gebracht.
Es ist höchste Zeit, endlich der internationalen Frächter-Lobby die Grenzen des Verkehrs aufzuzeigen, Bemautungen zu verordnen und notfalls auch die Europabrücke wegen Einsturzgefahr zu sperren. Sie droht wegen der Belastung durch die Millionen an Vierzigtonnern ohnedies an der statischen Überforderung zu „zerbröseln“ – um es einmal hochdramatisch zu sagen.
Der Brennerbasistunnel ist unnötig wie ein Kropf. Er ist ein Milliardengrab und stürzt die nächsten Generationen (auch der PolitikerInnen) in eine Verschuldungsfalle, deren Ausmaß zwar zu erahnen, aber derzeit nur provisorisch zu berechnen ist. Niemand kann ja die Entwicklung der Geldwirtschaft im Voraus genau festlegen.
Es geht um den (schon fixen) Bau der neuen Brennerbahn auf der alten Trasse, um die Modernisierung dieser Strecke. Es geht um die Einschränkung des Schwerverkehrs durch Kostenwahrheit, wie dies seit Jahrzehnten immer wieder vom Transitforum gefordert wird. Und es geht darum, dass die EU und deren Technokraten die Zeichen der Zeit erkennen: Wir brauchen keine Gelder für 55-Kilometer-Löcher für den Verkehr sondern für die Gestaltung der Zukunft mit Bildungsinitiativen für alle Generationen, mit neuen Wirtschaftsunternehmen, die umweltfreundlich sind, zum Beispiel. Und nicht zuletzt auch im Kampf um den Sozialstaat.
Wir brauchen einen neuen poltischen Geist für die Zukunft und deren Gestaltung. Der derzeitige ist vorgestrig.
Und, einmal mehr: Um den Lebensraum Tirol für die künftigen und gegenwärtigen Generationen.
Winfried Werner Linde

Die Alternative von Architekt DI Michael Prachensky:

http://www.prachensky.com/michael/presse/alternativer-brennerbasistunnel.php

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