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Neues von der Causa „Bubenburg“ 8. November 2010

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Warten, warten, warten – auf ein Ende, auf Anworten, auf die 1000 Fragen aus der gepeinigten Seele und den Erinnerungen.

Der Missbrauch in kirchlichen Erziehungseinrichtungen offenbart immer tiefere gesellschaftliche Abgründe.

Erwin Aschenwald, der die Causa Bubenburg in Tirol und die Ereignisse früherer Jahrzehnte dort, öffentlich machte, ist weiter aktiv: Es geht um ein „Niemals wieder“, um ein klares, öffentliches Bekenntnis all jener, die, aus welchen Gründen auch immer, moralisch und auch rechtlich schuldig wurden, auch wenn vieles, fast alles, verjährt ist.

In der Folge das neueste E-Mail von Erwin Aschenwald. 

Guten Morgen!

Eben erhielt ich einen weiteren Hilferuf eines ehemaligen Bubenburg-Kollegen.
Meine Möglichkeiten, ihm weiter zu helfen, sind leider erschöpft.

Ich erlaube mir daher, dieses Schreiben an – wie ich meine – zuständigere Stellen weiter zu leiten.

Möglicherweise schafft es diese Nachricht auf die Schreibtische von Landeshauptmann oder Landesrat, Personen also, die von uns Wählern fürstlich entlohnt werden, um im Sinne politischer Verantwortung dafür zu sorgen, dass auf wohlinszenierte Feiertagsansprachen auch die den Betroffenen versprochenen und öffentlich ausgelobten Taten folgen mögen.

Die Aufenthalte in Tiroler Jugendheimen, etwa der Bubenburg, eingewiesen auf Veranlassung Tiroler Bezirkshauptmannschaften, die wohl im Auftrag des Landes Tirol handelten, war gewiss nicht lustig.
Der Aufarbeitung dieses finsteren Kapitels der Vergangenheit unseres Landes kann es wohl auch nicht dienen, Betroffene monatelang „im Kreis“ zu schicken, hinzuhalten und sie auf diese unempathische Art und Weise ein weiteres Mal zu verhöhnen und zu entwürdigen.

Ich darf daher höflich anfragen, warum diese Vorgehensweise praktiziert wird.

Seitens des Landes Tirol wurde ich vor mehreren Monaten von einer Mitarbeiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft telefonisch angefragt, ob man ehemalige Bubenburg-Zöglinge an mich verweisen dürfe; dann erhielt ich im Sommer ein Schreiben des Landesrates, in welchem mitgeteilt wurde, daß der Bericht der Steuerungsgruppe Opferschutz nunmehr vorliege.

Das wars dann soweit.
Weitere Anfragen und e-mails meinerseits blieben bislang unbeantwortet.

Ich erlaube mir daher, für weitere Anfragen die Form des „Offenen Briefes“ zu wählen. Im Sinne von: „Wer nicht (zu)hören will, muss lesen!“

http://regionaut.meinbezirk.at/innsbruck/profile/erwin-aschenwald-8027.html

Herzlichst
Ihr Erwin Aschenwald

——– Original-Nachricht ——–
Datum: Mon, 08 Nov 2010 09:04:08 +0100
Von: Daniel Schennach
An: „Brigitte Dörr“ , erwin.aschenwald@gmx.at
Betreff: Ist endlich ein Ende in Sicht?

Sehr geehrte Frau Dörr!

Dieser Zustande des Wartens und Bangens und Hoffens beginnt meine Seele
aufzufressen.
Besser wäre es, die ganze Geschichte wäre nicht wieder aufgewärmt worden.

Jetzt leide ich wieder unter Panikattacken und Alpträumen, während sich
meine finanzielle Lage weiter verschlechtert.

Ich wünsche mir jetzt endlich einen Abschluß dieser Geschichte um
endlich wieder in ein relativ normales Leben zu kommen.

Es kam mir zu Ohren, dass ein Mitleidender, der auch in der Bubenburg
war und dem es auch nicht sonderlich gut geht mit 5000 Euro abgespeist
wurde.
Ich empfinde das als Verhöhnung. Ein versautes Leben ist also gerade
einmal 5000 Euro wert? Das kann es ja wohl nicht sein.

Ich bitte Sie inständig, ein Ende anzustreben, damit ich endlich wieder
einmal zur Ruhe kommen kann.

Mit lieben Grüßen

Daniel Schennach

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Kommentare

1. erwin aschenwald - 8. November 2010

Dieser Link führt zu einem Kölner TV-Beitrag, der uns irgendwie an irgendwas erinnert ….
Stichwort: „15. August“ ….

2. erwin aschenwald - 23. November 2010

http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Meinung/1682705-39/kinder-wurden-liebevoll-betreut.csp

donervino 23.11.2010 | 10:28
Liebe Frau Brandacher!
Ihr Leserbrief in der Tiroler Tageszeitung vom Mittwoch vergangener Woche machte mich beinahe sprachlos, denn Ihre Wahrnehmung der Vorgänge in der Bubenburg weicht von meinen und den Erlebnissen zahlreicher Jahrgangs- und Gruppenkollegen in dieser Erziehungsanstalt auf eine Art und Weise ab, dass man glauben möchte, man wäre im falschen Film gewesen.
Als Büroangestellte in der Bubenburg war es Ihnen, wie Sie schreiben, möglich, während Ihrer Arbeitszeit beim Fenster hinaus zu schauen. In kirchlichen Einrichtungen, vor allem in Ihrer aktiven Zeit, waren Leistungsdruck und Arbeitsleid sicherlich noch nicht so stark ausgeprägt wie heutzutage. Dennoch sei mir die Feststellung erlaubt, dass Sie wohl nicht den ganzen langen Tag beim Fenster hinaus geschaut und Ihre Aufmerksamkeit ausschließlich den spielenden Kindern gewidmet haben.
Irgendwer, eben Büroangestellte wie Sie, musste wohl den Inhalt für die zahlreichen Heimakten produzieren. Jene Heimakten, die trotz liebevoller Betreuung und sorgsamster Archivierung eines ganzen Jahrganges (1962/1963) verlustig gingen, wie auf der Homepage der Bubenburg vermerkt ist. Daneben war, davon gehe ich aus, umfangreiche Korrespondenz mit Jugendwohlfahrtsträgern wegen der Unterbringungskosten zu erledigen, Sankt-Fidelis-Blätter samt Zahlscheinen mussten verschickt und Spendengelder verbucht werden. In diesen Phasen erhöhten Arbeitsaufkommens dürfte wohl so manches Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein. Keinerlei Wahrnehmungen machten Sie zudem an Werktagen von 8.00 bis 13.00 Uhr, denn da waren die Kinder in der Schule bzw. anschließend beim Mittagessen.
An den Nachmittagen zwischen 14.00 und 17.00 Uhr waren die Kinder entweder beim Fußballspiel am Fügener Sportplatz oder im Paterwald, hatten Musikprobe oder Luftgewehrschießen mit Pater Magnus, bastelten Krippen, Stricklieslschnüre für die Ordenstrachten der Pater und Nonnen mit Schwester Benjamina oder hatten im Rahmen der Lernstunde ihre Hausaufgaben für den nächsten Tag zu erledigen. Anschließend daran, liebe Frau Brandacher, hatten Sie dann wohl Feierabend im Rahmen Ihrer damals üblichen 45-Stunden Woche. An Samstagen und Sonntagen dürfte Ihr Bürofenster zum Hof wohl auch nicht durchgängig besetzt gewesen sein. Einzig Ihre Ausführung, Sie
hätten nichts erlebt und gesehen, was nicht in Ordnung gewesen wäre, erscheint mir nachvollziehbar. Wie denn auch? In Schulklassen hatten Sie ebenso wenig Einblick wie in die Speisesäle, Gruppenräume, Bastelzimmer, Musikzimmer und Schlafsäle. Dort passierten die Dinge, die Sie nicht hören, sehen und denken konnten oder wollten. Dinge, die zwischenzeitlich von zahlreichen ehemaligen Zöglingen berichtet, von ehemaligen Erziehern zugegeben und sogar von der Geschäftsführung des SLW öffentlich als glaubwürdig eingestanden wurden. Einige Fakten sind mittlerweile sogar zum Gegenstand kriminalpolizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen geworden. Zu Ihrer Verteidigung sei festgestellt, dass ordensinterne Nachforschungen hinsichtlich der Übergriffe von Pater Magnus und Schwester Benjamina erst nach Ihrer Zeit und auf Initiative eines Ordensbruders erfolgten. Eines Ordensbruders, der später „freiwillig“ an einen Ort fern von Fügen versetzt wurde.
Der Absatz in Ihrem Leserbrief über die ersten drei Lebensjahre eines Kindes decken sich wiederum sehr genau mit Aussagen von Pater Direktor Magnus Kerner und auch der Schwester Benjamina, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. „Eure Eltern, so ihr überhaupt welche habt, haben versagt und sind nicht in der Lage, anständige Menschen aus euch zu machen.“ So klang das oft, bevor man uns, stellvertretend für unsere Eltern wahrscheinlich, Unterhosen in den Mund steckte, uns mit dem Teppichklopfer versohlte, uns mit Füssen trat und mit Fäusten schlug oder uns die Ohren blutig zwickte. Aber das haben Sie ja weder gehört noch gesehen, von Ihrem Logenplatz aus.
Was ich Ihnen damit sagen will ist folgendes: Sie haben nichts, gar nichts und schon überhaupt nichts mitbekommen. Wenn ich es mir so recht überlege, empfinde ich Ihre Ausführungen als derart unglaubwürdig, dass sich alles in mir sträubt, zu glauben, Sie selbst hätten diesen Leserbrief geschrieben oder gar in die Tastatur Ihres „MacBook Air“ getippt und sodann auf elektronischem Wege der Tiroler Tageszeitung übermittelt. Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass Sie Ihre Unterschrift in gutem Glauben auf ein vorgefertigtes Manuskript geleistet haben. Dies ist Ihnen nicht vorzuwerfen. Einige Buben dienten in den vergangen Ausgaben des St.-Fidelis-Blattes ebenfalls als „Testimonials“ für die Bubenburg und schilderten, ohne dass auch nur einer von Ihnen selbst zum Bleistift gegriffen hätte, wieviel Gutes sie dort erfahren konnten. In einer Ausgabe des Jahres 2009 schildert etwa ‚Toni‘, einer meiner Klassenkameraden, dass er in der Bubenburg Ende der 1970er Jahre die Bubenburg-Hauptschule absolvierte. Wahr ist vielmehr, dass Toni gemeinsam mit mir und anderen Kollegen 1976 die Bubenburg mit einem Zeugnis der St. Konrad SonderErziehungsschule, einer 8klassigen Voksschule, verlassen hat.
Schade um die schöne Druckerfarbe. Wieviel Wahrheit hätte man damit verbreiten können. Nicht wahr, Frau Berta Brandacher?
Aus Ihren Zeilen spricht eher die Wahrnehmung einer Person, die mit den Gepflogenheiten und Abläufen in der Bubenburg jener finsteren Zeit absolut nicht vertraut war. Man könnte glauben, ein ebenso gutmeinender wie schlechttreffender Gehaltsempfänger des Seraphischen Liebeswerkes habe sich an dieser ‚Fleissaufgabe‘ ebenso emsig wie dilletantisch versucht.
Nicht auszudenken allerdings, wäre der vorliegende „Leserbrief“ auf Büropapier von ‚Hofherr Communications‘, einer auch vom SLW vielbeschäftigten PR-Agentur, verfasst. Sonderlich wundern würde mich das mittlerweile auch nicht mehr.
Herzlichst
Ihr Erwin Aschenwald
(echt und unverfälscht)

Roland Partholl - 23. September 2011

Ich kann Erwin Astenwald nur bestätigen, ich war 2 Jahre in der Bubenburg weil meine Mutter gestorben ist und mein Vater arbeiten musste. Ich war als zahlender Zögling dort die hatten noch Respekt weil mein Vater mich besuchen kam.
Aber die Schläge von Schwester Benjamina ( Matatorstöcke) und das Stehen mit ausgestreckten Armen (durch ein Buch beschwert) und die Prügel beim Essen von Sw. Beatrix und danach das Aufwischen des Blutes vom Boden ist auch ,mir wiederfahren. Also wenn die Berta nichts mitbekommen hat kann ich mich nur wundern.
Roland Partholl 4. und 5. Klasse Sonerschule Bubenburg

wwlinde - 24. September 2011

Erwin heißt Aschenwald, dies nur zur Information.


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