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Land der Jodeltodel I 15. September 2010

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Tirol: Ein Speichersee in 2.900 Metern für die Beschneiung von Pisten am Gletscher und vielleicht auch bis ins Tal. Tatort: Ötztal.
Tirol: Am Obernberger See, einer der letzten Idyllen des Landes, einem Erholungsparadies mitten im Naturraum, ist ein Wellness-Zentrum samt Hotel geplant. Inklusive Bunkerzimmer, unterirdisch. Tatort: Obernberger Tal nächst des Brenners.
Tirol: Am Hügel der Europakapelle am Südende der Europabrücke, auf dem das sakrale Bauwerk steht, geplant von der Architekten-Legende Hubert Prachensky, mit den ebenso legendären wie faszinierend monumentalen und verinnerlichten Fresken von Karl Plattner, hat die Tirol-Werbung ihren Schriftzug angebracht. Tirol steht da, ebenso lapidar wie läppisch und unpassend, obwohl das Logo ja von einem der Besten des Landes, Artur Zelger, stammt. Eine Landschaftsverstümmelung Marke Tirol-Unkultur. Tatort: Schönberg.
Tirol: Bei der Einfahrt nach Tirol aus Richtung Deutschland an der Grenze Kufstein-Kiefersfelden prangt ein Schild mit dem ebenso dümmlichen wie antiquierten Gender-Spruch: Grüß Göttin. Ein Kunstwerk, angeblich, lila natürlich, ein Zeichen des Niederganges der Kulturförderung, gedacht angeblich als Alternative zum Gedenkjahr 2009 und dem damit verbundenen martialischen Schützentum. Tatort: Kufstein.
Tirol: Bei der Bergpredigt-Schnulzerei des Oberwedlers Hans Hinterseer, vor allem bekannt durch Herzschmerz-Scheinwelten und seine Moonboots aus Fell, versammeln sich 10.000 und 10.000 und schluchzen sich ins eigene Vergessen der Realität und damit in einen faschistoiden Zustand des Jubels über einen Jesus-Hansi der Berge. Die Tirol-Werbung und die Polit-Führer wählen den HaHi als Botschafter des Landes Tirol. Tatort: Kitzbühel.

Tirol: Die grandiosen Techniker der Unterinntal-Trasse, sprich die Maulwürfe der Bahn, zerstören bei ihrem Höhlen-Bohren die Heilquelle von Bad Mehrn ohne mit der Wimper zu zucken. Was kümmern einen Bahnplaner schon Jahrhunderte, in denen das Wasser zu einer Art von heiliger Quelle wurde? Dann fassen sie, angesichts der Fassungslosigkeit der Menschen die Quelle wieder und lassen sie wieder sprudeln. Jetzt muss das ganze Procedere über die Untersuchung des Heilwassers von vorne beginnen (für die Quellen-Besitzer, die das Wasser allen natürlich gratis zur Verfügung stellten) und stellt die Quellen-Besitzer vor ein wirtschaftliches Problem. Von Abfertigungen und Schadenszahlung keine Rede. Bahnmacht gegen Menschlein. Tatort: Brixlegg.

Das sind (vorerst einmal) sechs Beispiele.
Tirol isch lei oans. Leider auch in diesen Fällen.
Fortsetzung folgt. Die Themen liegen nur so im Land herum, überall, auf den Autobahnen wie in den Tälern.
Tirol isch lei oans. Auch im geistigen und politischen Dahinsiechen.

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