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Endlich: Reaktion auf Nazi-Parallelen des Herrn K. 3. Februar 2010

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Bei der Tiroler Landtagssitzung am 3. Februar wurde der FP-Nationalratsabgeordnete Königshofer als Ersatzmann auch als Landtagsabgeordneter vereidigt.

Nun darf er Nachbar des von ihm als „Landtagsschwuchtel“ diffamierten und auch beleidigten Grünen LA Gebi Mai sein, womit ihm, wenn er ein Mann des aufrechten Ganges wäre, sein geistig völlig entleertes Handeln bewusst werden könnte. In einem ORF-Tirol-Statement am 3.2.2010 zeigte er keinerlei  Einsicht für ein Fehlverhalten. Der von ihm gewählte Ausdruck sei „politisch tragbar“ und er bereue nic hts. K. erhielt schon nach Bekanntwerden seiner Äußerung  in diversen Internet-Foren sowohl heftigste Kritik als auch begeisterte Zustimmung, wobei letztere für den geistigen Zustand jener spricht, die ihre Meinung gepostet haben.

Vor der Landtags-Vereidigung rügte und verurteilte Landtags-Präsident Herwig van Staa die Äußerungen Königshofers. Nachzulesen unter: http://tirol.orf.at/stories/420514/

Das hat es im Tiroler Landtag noch nie gegeben. Man muss sich schämen, dass es in einem Land, das ich als meine Heimat liebe solche „Volksvertreter“ gibt.

Man darf aber in diesem Fall nicht zur Tagesordnung übergehen: Es geht in dieser Causa um Grundsatzfragen der unantastbaren Würde aller Menschen, die durch solche Äußerungen Königshofers verletzt wurden. Denn Königshofer legte in den letzten Wochen immer wieder ein Schäufel nach.

 Aus seiner Presserklärung:

Zitat-Auszug: Begonnen hat die ganze Sache Herr Gebhard Mair, indem er den Tiroler FPÖ Obmann mit haltlosen Vorwürfen angeschüttet hat.

2. Ich habe mich dann schützend vor den kranken und noch immer rekonvaleszenten Mag. Hauser gestellt und gemeint, diese „Landtagsschwuchtel“ solle sich lieber um die wichtigen Dinge im Lande sorgen, wie Überfremdung, Islamisierung, Ausländerkriminalität und zügellose Einwanderung, welche auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt drückt.

 3. Jemand der seine sexuelle Neigung so aufdringlich in der Öffentlichkeit zur Schau stellt, der in Berlin als Polit-Tunte bezeichnet würde, braucht wegen dieser Bezeichnung nicht die große Bestürzung zu markieren. Politik ist eben nichts für schwache Nerven.

4. Auch die beiden Salonssozialistinnen PRAMMER und HEINISCH-HOSEK mussten sich wegen dieser Marginalie wichtig machen.

Soweit ein Auszug dieser Causa. Und der blaue Nationalrat erklärte schließlich dazu, er werde halt Mair künftig als „homophile Bereicherung des Tiroler Landtages bezeichnen“ – ein Zynismus voller Menschenverachtung ohnegleichen.

 Ich habe auf diese jeder politischen und menschlichen Würde entbehrenden Angelegenheiten schon hingewiesen: https://zeitzuender.wordpress.com/2010/01/15/polit-schweigen-zu-nazi-parallelen-warum/

 Zur Ergänzung: Königshofer beruft sich gerne und zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen auf den Begriff der Freiheit von Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“.

Nun würde sich die Revolutionärin Rosa Luxemburg von diesem Zitiert-Werden durch einen Menschen mit der Geisteshaltung Königshofers heftigst distanzieren, wenn sie nicht 1919 sterben hätte müssen.

 Zur Information des die Revolutionärin geistig missbrauchenden Abgeordneten K. einen Auszug aus der Biografie von Rosa Luxemburg:

 Im November 1918 bildete Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht das geistige Zentrum der deutschen Arbeiter-, Soldaten- und Matrosen-Revolution. Sie war der führende Kopf, schrieb das Programm des revolutionären Spartakusbundes, sprach auf der Großversammlung der USPD in Berlin und war im Dezember 1918 Mitbegründerin der KPD, die wesentlich auf ihre Initiative zurückging. Großes Aufsehen erregte sie durch ihre Auseinandersetzung mit Lenin, dessen Tendenz zum Zentralismus sie ablehnte. Rosa Luxemburg propagierte einen demokratischen Sozialismus, der das Werk sich spontan erhebender Massen sein sollte. Zusammen mit Karl Liebknecht wurde sie am 15. Januar 1919 von Mitgliedern einer Gruppe rechtsradikaler Offiziere gefangen genommen. Sie starb am Abend desselben Tages, entweder in der Nähe des Eden-Hotels oder im Landwehrkanal, in den die brutal misshandelte Frau geworfen worden war. Die Leiche fand man erst Monate später. Die Beisetzung der sterblichen Hülle von Rosa Luxemburg fand am 13. Juni 1919 auf dem Berliner Friedhof Friedrichsfelde statt.

Also just Offiziere jener Geisteshaltung, die auch Königshofer immer wieder in seinen verzichtbaren Wortspenden an den Tag legt, haben Rosa Luxemburg ermordet. Es ist daher schon eine Chuzpe, wenn sich K. auf Rosa Luxemburg beruft, anscheinend um seine sonstige Geisteshaltung zu kaschieren oder zu beschönigen.

Diese Folgerung ergibt sich aus der Haltung gegenüber der Nationalratspräsidentin, siehe oben. Zum besseren Verständnis für den blauen Alleswisser und Oberzitierer, bitte genau hinhören:

http://www.youtube.com/watch?v=6qJ3TTSl7IU

Aber wahrscheinlich gibt es für Königshofer nur Sozialisten, wenn sie auch national sind.-

 Mehr ist dazu nicht zu sagen. Außer: Leute wie Königshofer haben in einer Politik, die sich zur Freiheit, zur Würde und zum Recht auf persönliche Lauterkeit bekennt, im Grunde nichts verloren.

Aber darauf muss man wahrscheinlich leider bis zu den nächsten Wahlen warten. Und bis dorthin muss man Königshofer, Graf und Co und damit auch den Rechtsextremismus ertragen. Wenn auch mit Zähneknirschen und klammheimlicher Wut.

Schriftsteller haben aber die Aufgabe, das Gras zu mähen, das über die Unmenschlichkeiten zu wachsen beginnt. Das ist eine nie endende Aufgabe. Schon allein des Gewissens und der Verantwortung gegenüber der Demokratie und allen Menschen gegenüber.-

 Übrigens: Die Landtagsabgeordneten applaudierten nach der Verurteilung Königshofers durch Landtagspräsident Herwig van Staa. Das lässt zumindest hoffen, dass die Würdelosigkeit und Diffamierung von Menschen, die homosexuell sind, nicht Alltag in demokratischen, rechtsstaatlichen Institutionen wird. Sonst kehren wir zurück in eine Zeit, in der Tausende wegen ihrer sexuellen Neigungen sterben mussten – ohne Urteil und nach qualvollen Foltern.

Winfried Werner Linde

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