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Streuche 29. Dezember 2009

Posted by wwlinde in Allgemeines.
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Die Partei der Streuche (damit klar ist, wer gemeint ist: Strache/Scheuch) rüstet für den Wahlkampf in Wien. Das wäre an und für sich nur ein lokales Nebengeräusch, auch wenn es sich um die Bundeshauptstadt und die Macht dort handelt. Der Ausgang der Wahl wird voraussichtlich, aller Hoffnung diverser Rechtsrechten zum Trotz, die Streuche auf jenes Maß reduzieren, das ihnen gebührt – in die Bedeutungslosigkeit, die der Belanglosigkeit ihrer Politik entspricht.

Das ist eine Hoffnung: Denn die Rückwärtsvorwärtsrückwärts-Strategie (soferne man bei der Hilflosigkeit mancher Exponenten dieser farblosen Politik von einer solchen, Strategie nämlich, sprechen kann) wird nur noch von der Unmenschlichkeit diverser Ausgrenzungen und Rassismen übertroffen, die sich niederträchtig hinter einer Sozialtümelei verbergen, die wiederum ihrerseits ebenfalls nur eine neue Klassen- und Kastengesellschaft schafft.

Beispiele gibt es genug: Was soll in einer Zeit, in der es Massenarbeitslosigkeit gibt, eine Diskussion über Minarette? Was soll in einer Zeit, in der die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden, in der Hunderttausende von Menschen um ihre Arbeitsplätze bangen, ein Randthema wie Burkas? Diese sind zwar zweifellos ein Ausdruck der Unterdrückung der Frauen, aber die Streuche dieser Zeit thematisieren natürlich damit nur nicht vorhandene Parallelgesellschaften. Ihr Streuche: Bei Gott, wir haben ganz andere Sorgen.

Es gibt Massen-Armut, Massen-Arbeitslosigkeit, die Nachwirkungen einer Krise, die in eine neue münden, die noch mehr Elend über die Massen bringen wird. Von den sozialen Unterschieden in den Einkommen ganz zu schweigen ebenso von der schrankenlosen Wirtschaftsliberalität.

Dabei sind die Streuche selbst gerade eine solche Parallelität, wie oben erwähnt, geworden: FPBZÖ sind zwei Parallelparteien, die sich nur darin unterscheiden, dass einer der Führer einen Massenvorrat an Haargel haben muss und ansonsten nur lauthals gegen alles, was anders als teutschdümmelnd ist, wettert. Und politische Randthemen zu Dauerbrennern von  der blauen und orangen Randgruppen, aus deren Ecken es braun leuchtet (Affäre Graf u.a.) macht.

Und das ist nicht rhetorische Ausgrenzung, sondern politische Tatsache in Österreich.

Der andere, eben gerade aus Kärnten nach Wien emigriert, mokiert sich über Migration und anderes – als ob die Welt nur aus dem Wörthersee und dem Haider-Denkmal bestünde und aus dem von den FPBZÖ-„Politikern“ politisch zu verantwortenden Hypo-Alpe-Adria-Milliarden-Skandal auf SteuerzahlerInnen-Kosten.  

Die Zeit ist gekommen, dass sich die jungen Menschen, die angeblich in Scharen die Streuche wählen, darauf besinnen, dass sie selbst denken und individuell handeln sollen und nicht den Maulhelden Tür und Tor für eine Machtübernahme öffnen, die das Ewiggestrige zum Maß der Zukunftsdinge, also der ihren, macht.

Wohl gemerkt: Es gibt auch Ausnahmen in dieser neuen Streuch-Gruppe, sehr positive Ausnahmen, die sich schon längst von dieser Art der Politik verabschiedet haben.

Diese jungen Menschen fühlen Heimatbewusstsein, Mensch-Sein in der Gemeinschaft, die sozial ist, fühlen sich verantwortlich für Familie und Zukunft der Wirtschaft, sind fleißig und pochen berechtigt auf das Recht, dass man ihnen eine Zukunft schafft, in der sie nicht auch als Randgruppe in einer sektenartigen rechten Bewegung dahin vegetieren müssen – ohne Chance auf Mitbestimmung, weil sämtliche Futtertröge von der Führer-Hierarchie der Streuche bereits überbelegt sind.

Noch einmal: Es gibt also auch die positiven Menschen, die wegen des Versagens der anderen Parteien und der Extrem-Positionen der Grünen in die geschlossenen Reihen der nicht ganz dichten Rechten getrieben werden und wurden.

Das Jahrzehnt der Phrasen und der als neu bezeichneten Uralt-Positionen geht zu Ende. 2011 beginnt ein neues Jahrzehnt. Im Jahr 2010 müssen die Weichen für eine andere Politik, die dann beginnen muss, gestellt werden.

Und das schon in Wien bei den kommenden Wahlen und in allen demokratischen Bereichen, in denen Menschen guten Willens aktiv sind.

Haargel-Rappern und anderen Banalschwätzern sowie beharrlich illuminierten, aber keineswegs ständig geistig erleuchteten Streuches und deren Trabanten ohne Tiefgang zum Trotz.

Winfried Werner Linde, 29.12.2009

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Kommentare

1. Hans K. Stöckl - 30. Dezember 2009

So lange es den Herrn Karl gibt, wird es die Streuche, oder wie immer sie heißen werden, naturgemäß auch geben.
Dabei ist das Herr-Karl-tum nicht alters- oder Milieu-gebunden.


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