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Schwarmintelligenz oder die Macht der Masse 30. März 2017

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Schwarmintelligenz oder Die Dummheit der Masse

Die Modebegriffe wie Schwarmintelligenz sind eine typische Erfindung der so genannten Daten-Gesellschaft in den sozialen Medien. Demokratische Entscheidungen dürfen nicht im Internet fallen, sondern bei freien und demokratischen Wahlen. Twitter oder Facebook sind dafür nicht geeignet.
Die Masse eliminiert das Individuelle und hat, wie die Geschichte über Schwärme lehrt, nicht Recht: Faschismus und Nationalsozialismus und der Ruf nach Todesstrafe und neuerdings Terror-Staaten wie jene der Taliban oder des IS sind Ausgeburten der Schwarmintelligenz.
Die Entscheidungen des Volkes im Rahmen der Demokratie brauchen nicht den Ruf nach Masse und Macht, sie brauchen immer noch das Wissen und die Individualität des Einzelnen und zwischen Platon und der griechischen Demokratie der Antike bis zur Gegenwart zieht sich ein weiter Bogen der Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft. Die Summe der vielen Meinungen ist zwar e i n Maß, aber letztlich entscheidet der Einzelne für sich und sein persönliches Umfeld.
Wir brauchen nicht Schwärme und nicht Schwärmerei, sondern die Kraft des Geistes eines Sokrates oder einer Bertha von Suttner, die in die Masse wirkt.
Vor mehreren Jahren gab es im Spiegel zum Thema Schwarmintelligenz einen Artikel mit dem Titel „Schwarmintelligenz – gemeinsam sind wir dümmer“.
Wenn wir Volksentscheidungen treffen, so müssen dies Vorschläge sein, die immer noch einzelne Menschen kraft ihres Denkens oder ihres Amtes erarbeiten. Für Innsbruck bedeutet dies: Die im Stadtrecht festgeschriebenen demokratischen Mittel sollten ausreichen. Volksbefragungen sind darin vorgesehen.
Ansonsten sind Wahlen Ausdruck der Intelligenz der Masse.
Wir sind ja keine Lemminge, die blindlings in Schwärmen den Abgrund suchen.
Oder doch?
Winfried Werner Linde

11. März 2017

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Dans le cadre d’un projet de géographie nous aimerions voir jusqu’où peut aller une photo partagée sur un réseau social.
Nous surveillerons au jour le jour avec les élèves le voyage de notre image nous vous remercions par avance de participer en partageant cette photo et en indiquant le lieu d’où vous la partagez.

epaselect epa05024667 Tricolor roses in front of the French consulate in tribute for the victims of the 13 November Paris attacks in Krakow, Poland, 14 November 2015. At least 120 people have been killed in a series of attacks in Paris on 13 November, according to French officials. Eight assailants were killed, seven when they detonated their explosive belts, and one when he was shot by officers, police said. EPA/JACEK BEDNARCZYK POLAND OUT +++(c) dpa – Bildfunk+++

Der Schriftsteller als Bürger (sehr verkürzte Gedankengänge) 10. März 2017

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Der Schriftsteller als Bürger (sehr verkürzte Gedankengänge)

Günther Grass, deutscher Nobelpreisträger für Literatur, hat in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts einen längeren Aufsatz unter dem Titel „Der Schriftsteller als Bürger“ veröffentlicht. In diesem Werk steht ein Plädoyer für die Kunst und deren Verantwortung für die Entwicklung der Gesellschaft. Für eine Solidarisierung zwischen allen Menschen guten Willens, für die Sicherheit des Lebens in Form von bezahlter Arbeit und Umverteilung von unten nach oben. Soweit das Grundsätzliche von Grass. –
Es ist Aufgabe des Autors, den Sprachlosen Sprache zu verleihen und den bloßen Finger auf Vorgänge in der Gesellschaft zu legen, die – aus der Sicht des Schriftstellers – unannehmbar sind. Jeder Bruch der Menschenrechte, jede Einschränkung der freien Meinungsäußerung, jede Diffamierung, jeder soziale Missstand – die Einsamkeit der Menschen bei ihrem existenzbedrohenden Kampf gegen Windmühlen in dieser Welt, die vom Globalisierung und Liberalisierungswahn ausgelöst und notwendig werden, muss aufgezeigt und auch politisch mit dem Wort und, wenn notwendig, mit der Tat bekämpft werden. Ein Schriftsteller ist nur seinem Gewissen verantwortlich, denn er kämpft auch mit dem Menschenrecht auf Freiheit der Kunst und der Artikulation gegen diese Missstände.
Seit dem Werk von Günther Grass, das damals auch im Interesse der SPD-Regierung, insbesondere von Willi Brandt und später Helmut Schmidt verfasst wurde, sind über 30 Jahre vergangen. Verändert hat sich nichts – im Gegenteil. Die Lage der Arbeitnehmer, der Familien, der auf soziale Hilfe angewiesenen Menschen hat sich verschärft und das Geld aus den Gewinnen der Unternehmen (der Mehrwert) floss nicht in die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, sondern in die Spekulation durch Makler. Die das Geld mittels der neuen Medien, vornehmlich des Internet, erst gar nicht mehr nach unten, in die Investitionen in neue Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, fließen ließen. Sondern in die Spekulation. Welcher Art auch immer. Das Ergebnis haben wir seit über einem Jahr: Krise.
Es ist kalt geworden in Europa. Sozial kalt. Millionen Menschen frieren schon. Nicht nur wegen der schleichenden oder ganz offenen Armut, sondern auch wegen ihrer Einsamkeit. Die Isolation des Einzelnen, der nicht am Wohlstand teilnehmen kann, ist eine der Erscheinungen des Egoismus im globalisierten Kapitalismus.
All das ist mittlerweile schon zu Gemeinplätzen geworden, jeder weiß es, doch die politischen Handlungen fehlen. Es geht derzeit einzig und allein darum, die Krise des Kapitalismus durch neue, diesem entsprechende Blasen zu schließen. Diese Blasen werden in spätestens drei Jahren endgültig platzen. Was dann?
Das ist eine der brennenden Fragen in Europa? Oh nein..
Wir Europäer glauben immer noch daran, dass wir Geschäfte mit Staaten wie Russland oder China oder Größen in der so genannten 3. Welt, die längst zu einer Vierten Welt geworden ist, machen können. Und dabei wird übersehen, dass von dort genau jene Produkte kommen (werden), mit denen Europa bisher handelte.
Wie schnell Kapital-Seifenblasen platzen können, offenbart sich in Dubai und der dortigen Großmannssucht. Dabei tut sich zweifellos der Vergleich mit dem Turmbau zu Babel auf und der babylonischen Sprachverwirrung. Diese hat auch darin bestanden, dass sich die Menschen nicht mehr verstanden und keine Gemeinsamkeiten setzten, weil die Egoismen ausuferten und alle Menschlichkeit überwucherten.
Aber das wird alles negiert. Die Börsen reagieren, nicht die Regierenden. Die Kurse der Aktien und anderer Scheine müssen gehalten werden, sonst gibt es Sturzflüge bei den Werten der auf Sand gebauten Finanztransaktions-Türme.
In Österreich will der Bundeskanzler 70 Millionen Euro für den Arbeitsmarkt flüssig machen, damit 2010 nicht noch mehr als die derzeitigen 350.000 Menschen ohne Arbeit und Brot dastehen. 70 Millionen sind ein Pappenstil: Diesen Betrag soll allein die Tiroler Hypo durch Finanzgeschäfte und Finanzierungen verloren haben und die Hypo Alpe Adria baute ein Minus von 1,2 Milliarden Euro – Beträge, die in keinem Verhältnis zu den 70 Millionen Euro für den Arbeitsmarkt stehen.
Fazit: Die Schriftsteller als Bürger werden noch viel bewusst machen müssen. Aber auch dann wird offen bleiben, ob der Sturm des Widerstandes der Menschen sich in Demokratie äußert. Mangels Alternativen droht eher eine weitere Verweigerung der Menschen bei Wahlen und damit ein faschistisches Potenzial für einen starken Mann, wie immer er heißen mag.
Das ist die Situation derzeit. Auf zum Nachdenken und Handeln. Bevor es zu spät ist. (WWL)

Grundsätzliche Notizen zur Politik 20. November 2016

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Die Verantwortung für sich selbst ist Ausgangspunkt für Verantwortung für die Gesellschaft.
Was sollen die Paragraphen, wenn sie am Menschen vorbei geschrieben sind.
Politik muss ein Gewissen haben – als solche also eine Politik des Gewissens und nicht der Ideologien sein.
Politik ist der Umgang mit der Wirklichkeit der meisten Menschen – Wahrheit und Freiheit sind das Ziel und müssen es bleiben.
Solidarität mit den sogenannten Ungleichen ist unabdingbar.
Es geht immer um menschliche Wahrheiten.

Nachtfliegender Gedanke 12. November 2016

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Es ist unglaublich, wie viele Menschen in der Zweisamkeit einsam sind. Der Fluchtpunkte gibt es viele.
Hochdramatisch, erotisch, aber immer gesucht.

Einfach so – zur Zeit. 11. März 2016

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Fortsetzung folgt – seit Jahren . . . 17. Dezember 2015

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Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen, schrieb der Philosoph Wittgenstein.
Es war ein Jahr der Sprachlosigkeit, das jetzt zu Ende geht. Ein Jahr, in dem das Grauen zu Bildern mutierte.
Ein Jahr, in dem viele Fragen unbeantwortet blieben.
Ein Jahr der Flucht und Weltflucht. Ein Jahr des Sich-Abwendens und der Ausgrenzung, aber auch des Mitleids ohne Mitleiden.
Die seit Jahrzehnten real existierende Gefühllosigkeit des Kapitalismus und der Ausgeburten von Ausbeutung der Länder der Dritten und Vierten Welt wurde sichtbar.
Man konnte – und kann noch immer – erahnen und sehen, warum es Völkerwanderung gab und gibt und was die Suche nach Hoffnung mit sich bringt.
Nur: Kinderaugen und Ertrunkene sind nur ein geringer Teil dessen, was Ausdruck der Unmenschlichkeit des kapitalistischen Systems eines immer noch ausufernden Imperialismus ist: Die Reichen werden immer noch reicher und die Armen immer noch ärmer.
Und die Verdammten der Erde- und dazu gehören auch die meisten Menschen auf Grund der Armut in der sogenannten Wohlstandsgesellschaft – sind sprachloser denn je.
Die Internationalität der Solidarität erschöpft sich in brennenden Gedächtniskerzen und Spendenaufrufen.
Das ist eine Seite der aktuellen Lage.
Die andere Seite ist jene, dass die Frage offen bleibt, wie sich die Millionen, die geflohen sind und die jungen Männer in eine Gesellschaft integrieren sollen, in der es an den nötigen Partnerinnen, den Frauen, fehlt.
Der Klassenkampf wandelt sich auch in den der Geschlechter. In den sexuellen Wünschen, in der Raserei der Frustration und der Geilheit, die von Land zu Land wandert und die sich in der sinnlosen Suche nach Erfüllung und damit auch in der Gefahr der zunehmenden Gewalt gegen die Schwachen.
Eine Gesellschaft wie die mitteleuropäische kennt den Schutz der Schwachen, die Achtung vor den Frauen. Aber wie steht es mit den Werten, die die Asylwerber vertreten?
Ehret die Frauen, schützt die Kinder, strebt nach den Idealen des Humanismus und der Menschenrechte, so lautet die Maxime.
Aber gibt es diese in Eritrea, in Somalia, in Nigeria, in den Resten des Irak und den Ländern, die vom IS terrorisiert werden?
Fast ein jeder redete in diesem Jahr wieder von Werten.
Wer von Werten spricht, der rechtfertigt den Krieg um diese.
Werte erzeugen Krieg – was für ein Doppelsinn.
Die gescheffelten Werte auf Bankkonten der Waffenproduzenten erzeugen weiterhin Krieg und, das noch Schlimmere: Sie erzeugen Tod, Flucht, Grausamkeit und mit diesen allen gekaufte Meinungen und Desinformation, die von den dafür geschulten Kräften der Desinformation in den Geheimdiensten ausgehen. Es geht um Ausbeutung im doppelten Sinn: Die Ressourcen der dritten Welt und jener Länder, in denen derzeit – seit Jahrzehnten allerdings – Zerstörung herrscht, werden weiter ausgebeutet – durch genau jene, die jetzt den Krieg gegen den Terror führen.
Sie haben diesen selbst verursacht.
Und auch finanziert, durch ihre Geheimdienste.
Als die Verdammten der Erde aufwachten, donnerten die Raketenwerfer und Bomber über ihre Köpfe hinweg und vernichteten alles, was das Leben lebenswert macht: Nahrung, Wohnung, Bildung in Schulen, Menschen, die liebten und geliebt wurden.
Die Verdammten dieser Erde wurden nicht nur arm, nein, wie wurden auch heimatlos.

Es läuft alles geheim ab.
Freiheit wurde zur Worthülse.
Gleichheit zum verfemten Wort und zum Sprachgebrauch der Denunziatoren der sozialen Gerechtigkeit, die als Werte zerstörend und ideologisch verbrämt dargestellt wird.
Brüderlichkeit ist verschwunden – die Entsolidarisierung der Gesellschaft der Willhabenden und Manipulierten durch Marketing-Strategien, der Marken-Fetischisten im Heer der Namenlosen und deren Taten, die unsäglicher nicht sein könnten wie in der Gegenwart der im Kaufrausch dahintaumelnden Masse.

Von den Idealen der französischen Revolution und der Aufklärung auf der einen Seite und des Christentums mit dessen revolutionär-tödlichen Ursprung durch Jesus von Nazareth auf der anderen Seite ist nichts geblieben außer ideologischen Fragmenten, deren Leere Parallelen zu den Todesbotschaften so genannter Revolutionäre hat, die seit Lenin den Terror zur Maxime ihres Handelns erkoren haben.
Schöne, grausame neue Welt.
(Work in progress)
Winfried Werner Linde

Dada oder der Geist der Stadt. Eine Besichtigung. Wörterfetzen. 19. August 2015

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Dada. Wörterfetzen in der Stadt.

Kinder gehen vorbei.
Es ist kühl im Garten.
Sie singen: Es rauschet die Mühle am ratternden Bach.
Alle lachen.
Es herbstelt, sagt eine Dame im Vorübergehen.
Sie schüttelt den Kopf.
Die Kinder: Das Wasser das rattert da
zur rauschenden Mühle und mahlet das neue Korn.
Sie lachen wieder.
Verkehrte Welt am lauten Verkehr,
sagt ein alter Mann und schüttelt sein Philosophenhaupt.
Wir sind die Moorsoldaten, erinnert sich eine Bettlerin am Eck.
Autos hupen. Motorräder dröhnen.
Die Karawane der Stadtbewunderer zieht weiter.
Wo ist das golden roof?
Gott die Erde erschuf, behauptet ein Zeuge Jehovas.
Es ist kühl. Kühler als vor vier Tagen.
Schnupfenzeit im Hot pant.
Wir lagen vor Madagaskar – nein!!!
Im Kreuzfahrtschiff bei Kos.
Heute ist wieder nichts los.
Kino und Oper.
Zeltfest und Tanz.
Hans H. ist überall.
Bier saufen im kleinen Café am Eck.
Wir müssen hier lang,
sagt ein Mann zu seiner Familie.
Es rauschet die Mühle . . .
Nach rechts.
Nein. Nach links.
Egal wohin.
Dada lebt.
Dada schuf Gott und die Welt,
auf dass alle darüber schweigen.
Krimi lesen.
Krimi im TV schauen.
Im Smartphone chatten.
Lieber Elvis, komm zu mir,
mach einen echten Starken aus mir.
Es war, als hätt‘ der Himmel – was?
Wir gehen auf ein Shakes-Beer.
Cheers.
Bittä einen Euro.
Oder Cents.
Oder nichts.
Wegschauen.
Die Mühle rauschet noch immer im Alltag
des ratternden Baches.
Wir sind die Menschheit auf dem Weg zum Shakes-Beer.
Prost. Mahlzeit. Hunger.
Ars moriendi.
Ars vivendi.
Geschüttelt, nicht gerührt.
GLS bringt ein Paket neuer Wünsche.
Es rauschet die Mühle.
Ein Tourist studiert mit Begleiterin die Speisekarte,
die auf einer Tafel vor dem Gasthaus-Eingang steht.
Haben die auch Tiroler Klöße?
Weiß nicht.
Der Wunsch ist immer der Vater der Gedankenlosigkeit.
Wir lagen vor Kos.
Wir lagen im Lager.
Es rauschet die Mühle.
Es klappern die Zähne.
Ein T-Shirt gegen die kühle Luft.
Mag nimmer, sagt ein Kind.
Es rauschet die Mühle, so singen die anderen.
Die Karawane der Smartphones zieht weiter
in die Sprachlosigkeit.
Ein Smiley für die Liebe, oder was sonst?
Der Ausweg liegt in der rauschenden Mühle
am klappernden Bach.
Perry Rhodan ist wieder gekehrt,
auf dass er Eistee trinke,
geschüttelt und nicht gerührt.
Es rattert der Bach an der rauschenden Mühle.
(Dada lebt. WWL)

Wider die Unfreiheit und die Phrasen der Rechten 16. August 2015

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Es ist Sonntag.
Ich verschnaufe im Freien, es ist angenehm kühl geworden.
Ein ganz normaler Sommertag.
Da reißt mich ein Plakat aus den Gedanken, eine plakative Schlagzeile, ja.
Die FPÖ fordert, zum wievielten Male eigentlich, den Stopp des Zuzuges von Ausländern.
Ich schließe die Augen.
Es tauchen Melodien auf, aus den Opernhäusern Österreichs, gesungen von Sängerinnen und Sängern, die aus dem „Ausland“ zuwanderten. Wunderbare Abende habe ich erlebt, in Innsbruck, im Landestheater, bei den Festwochen der Alten Musik oder in Erl bei den grandiosen Wagner-Aufführungen bei den Tiroler Festspielen von Gustav Kuhn. Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker, Regisseurinnen und Regisseure aus aller Welt.
Sie sind es, die das Land bereichern. Um die Kultur der Welt, um die Sprachenvielfalt, um das Lebens als solches, das man Kunst nennt.
Es tauchen Ballett-Aufführungen auf, mit dem Tanztheater des Tiroler Landestheaters, faszinierende Ereignisse, wunderbare Interpretationen von zutiefst menschlichen Empfindungen, zwischen Liebe und Verachtung, zwischen Inferno und Ekstase.
Die meisten von den Künstlerinnen und Künstlern kommen aus aller Welten Länder.
Stopp dem Zuzug von Ausländern?
Zurück zum Nationalismus in der Kunst?
Wie dumm diese Straches und Kickls und wie sie alle heißen, diese Kleingeister des Neides und des Nicht-Begreifens doch sind.
Den Menschen die Freiheit.
Den Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt Dank für die Erlebnisse und die Erkenntnis, dass die ganze Welt Bühne ist.
Klar: Da gibt es das Grauen Macbeth’s und die Raserei in Carmen, die Verfolgung und Ermordung von Menschen, die scheiterten.
Aber die Kunst ist frei. Immer. Und die Menschen in dieser haben frei zu sein und nicht eingeengt werden, durch die Dummheit und Hohlheit von Phrasen und den Hass, der ihnen inne wohnt.
Die ganze Welt ist Bühne, schrieb Shakespeare. Und alle Männer und Frauen spielen ihre Rollen.
Die Typen wie Strache sind die Intriganten, die Zerstörer, die mutlos machen.
Künstlerinnen und Künstler! Menschen im Theater!
Steht auf!
Macht dem Wahnwitz ein Ende.
Es lebe die Freiheit aller Menschen, die Gleichheit aller Brüder und Schwestern!
Nicht nur in der Kunst.
Diese ist nur ein Beispiel, wie eine Gesellschaft des Geistes und der Friedfertigkeit funktionieren könnte.
Winfried Werner Linde

Aus „Panoptica“ der Frauen-Kulturzeitschrift des Landes Tirol. Als Quotenmann habe ich diesen Beitrag verfasst. 10. Juni 2015

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Aus der Anonymität heraustreten. Jetzt. Ja- und Nein-Sagen. Selbstbestimmt.
Anmerkungen zum Thema: „Die transparente Frau“ – oder mediale Begegnungen der vermeintlich dritten Art.
Von Winfried Werner Linde

Das Charakterbild des Menschen schwankt nicht nur in der Geschichte, wie Schiller schrieb. Es schwankt auch in den Medien und insbesondere dann, wenn es um Frauenrecht und Selbstbestimmtheit geht. Der transparente Zustand des Menschen als solcher und diesfalls jener der Frauen ist in der Vergangenheit ein Alb-Traum gewesen und in der Gegenwart durch die virtuelle Welt und die sozialen Medien zu einer beängstigenden Wirklichkeit geworden.
Es gibt keine Durchsichtigkeit, von keinem Menschen.
Es gibt das Geheimnis des Mensch-Seins von Frau und Mann.
Es gibt die Verschlossenheit des Innenlebens nach außen.
Die Magnetresonanz zeigt den materiellen, nicht den geistigen Zustand.
Geschriebene Sätze oder gefilmte wie fotografierte Szenen in den Medien zeigen eine Situation, nicht die Gesamtheit der Lebensfaktoren. Das ist die Lüge in der Gegenwart: Scheinwelten werden aufgebaut, indem man bestimmte Situationen festhält, Aussagen aus dem Zusammenhang reißt.
Bilder verzerren – der Urschrei im Urwald, in den Menschen zwischen Schaben. Spinnen, Schlangen und ihren inneren Ängsten ist drehbuchgerecht gestaltet. Das Bild der Frauen, die sich diesen Situationen ausliefern ist die gleiche wie jene, die um die Gunst eines so genannten Bachelors buhlen oder sich mit dem Landleben (angeblich) anfreunden, weil ein Bauer eine Frau sucht. Die Traumreisen von Model-Männern, die sich mit einem Dutzend so genannten Schönheitsköniginnen auf einer Insel treffen, sind verfälschte archaische Muster. Längst weiß man aus der Verhaltensforschung, dass nicht die Männer, sondern die Frauen die Auswahl treffen und die Kriterien sind so vielfältig wie die Gedanken der Macher solcher TV-Quotenbringer einfältig sind.
Das ist die eine Seite – und diese ist ebenso düster wie die andere.
Denn es gibt auch das Aufzeigen von Leben an solchem, von Lebensfreud und Leid, von Atemlosigkeiten, von Ängsten und Erkenntnissen.
Flüchtlingslager, Frauen mit Kindern vor dem Erfrieren, die allein erziehende Mutter, die in Armut lebt, längst eingeholt von den ständigen Ängsten ums Überleben. Zwischen den Flüchtlingslagern im Libanon oder anderswo, zwischen den Müttern in Lampedusa und jenen, die im Wohlstands-Inferno irgendwo in Mitteleuropa in ständiger Angst leben, gibt es keine Unterschiede.
Die Frau ist dem Voyeurismus ausgeliefert und dies besonders medial – in der Nahaufnahme. Alles wird sichtbar.
Die Menschenfrau als Bajazzo: Seht her, ich bin’s.
Wir leben in einer psychologisierten Gesellschaft, in der die Allwissenheit über das Menschhafte die Menschlichkeit des friedvollen Lebens abgelöst hat. Jede und jeder für sich und Gott gegen alle.
Die mediale Wirklichkeit hat das Geheimnisvolle zerstört, Quotenfrauen sind Quotenmännern gewichen, das Gewordene ist der Zerstörung gewichen und das ist gut für das Verhalten der Mehrheit, also der Frauen, die sich wie eine Minderheit verhielt und sich duckte, ja – selbstzerstörerisch ducken musste.
Bis in die Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, also in einer Zeit, in der es angeblich die politische Aufklärung gab, mussten die Frauen, die Männer um Erlaubnis fragen, wenn sie einer Arbeit nachgehen wollten. Ohne die Einwilligung des Mannes keine Selbstständigkeit, weder im Privaten noch in der Gesellschaft.
Bis die Befreiung postuliert wurde.
Das war 1969 im Suhrkamp-Kursbuch 17. Die Autorin Luc Jochimsen schrieb ein Essay unter dem Titel „Die Mehrheit, die sich wie eine Minderheit verhält“ und wies erstmals auf die demokratischen wie auch demographischen Mehrheitsverhältnisse hin. Es gibt mehr Frauen in der Gesellschaft als Männer, aber weder in der politischen Vertretung noch in der Bezahlung für ihre Arbeit schlägt sich dies nieder. Damals, 1969, keine Spur von Gleichheit.
Luc Jochimsen wurde als Tochter eines Speditionskaufmanns 1936 in Nürnberg geboren. Die Schulzeit in Frankfurt am Main beendete sie 1956 mit dem Abitur. Sie studierte Soziologie (bei Helmut Schelsky und Heinz Kluth), Politikwissenschaft (bei Siegfried Landshut) und Philosophie an der Universität Hamburg. 1961 folgte ihre Promotion zur Dr. phil. bei Schelsky an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster mit der Arbeit Zigeuner heute – Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt.
Jochimsen, die später für die Linke politisch aktiv war und auch als Bundespräsident-Kandidatin nominiert wurde, zeigte damals, im Nachbeben des Jahres 1968 ein Tabu auf, worüber man nicht sprach – schon gar nicht in den politischen Diskussionen.
Das war damals.
Und heute: „Jetzt tritt sie ins Licht. Die neue einsame Frau lebt mittendrin, zwischen all den anderen erfolgreichen, attraktiven, sozial erfüllten jungen Menschen. In ihrem Milieu ist es unmöglich geworden, sie zu erkennen: Auch sie lebt in urbanen Ballungszentren, arbeitet in Agenturen, wird Lehrerin oder Professorin, stellt in Galerien aus, schreibt Bücher oder Blogs, designt Mode oder Websites und trägt ein ständig vibrierendes Handy mit sich herum. Ein Premiumsingle, ein potenzieller Elitepartner, genau wie die Werbung sie anpreist, allererste Ware, die nach spätestens elf Minuten nicht mehr auf dem Markt sein dürfte.“(Die Zeit, 21.12.2014).
Wenn die Quotenfrau zwei Mal klingelt, in den politischen Parteien und die politologisch verbrämten Medien-AnalystInnen ihre angeblich nicht aus dem Kaffeesud gelesenen Prognosen abgeben, fehlt die Wirklichkeit der Ausgrenzung der Frauen in den Nebenschauplätzen abseits des medialen Wirbels völlig. Das Ausgeliefert-Sein an die Wirklichkeiten der Gegenwart, die Ängste wie auch das Entsetzen des Erlebens der realen Welt, fehlen gänzlich.
Ganze Generationen verlieren sich irgendwo in einem Nebensatz.
Die Senioren, beispielsweise, sieht man nicht – und meistens sind die Frauen davon betroffen.
Ein gesellschaftliches Phänomen? Es geht nicht anders in der Quotenwelt? Wir haben eh die Regierungsbeteiligung der Frauen? Und seit damals, den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts hat sich alles verändert?
Wer spricht heute noch vom Ausstattungsbeitrag, der damals üblich war: Frauen, die bis zur Verheiratung gearbeitet hatten, ließen sich ihre Pensionsansprüche abgelten. Sie verzichteten zu Gunsten der Ehe und der „Obsorge“ des Mannes auf ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Doch das war damals, sagen fast alle.
Das hat sich geändert, meinen viele – immer wieder in Diskussionen. In der Masse – damit sind nicht die zehn Prozent Gebildeten gemeint, die sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen. Von dieser wollen aber die Wenigsten etwas wissen: Die Frau als Objekt oder als Mittel zur Unterhaltung ohne Rücksicht auf die Würde – in den Medien, vornehmlich den bunten Blättern und den Privatsendern, ist die selbstverständlich. Die Unterhaltung deckt die Sorge um den Unterhalt zu, die Wahrheit ist keine pluralistische, sondern weiterhin eine eindimensionale Sicht auf die Dinge.
Der Mensch ist in der Welt der Transparenz durch die mediale Berichterstattung längst zu einem Mittel zum Zweck der Erreichung von Reichweiten und Quoten verkommen und was hinter den Fassaden der Häuser und den Äußerlichkeiten von Scheinbildern der Modewelt vor sich geht interessiert nur am Rande. Liebschaften und Liebeleien, Flirts und Bussi-Bussi – die Seitenblicke-Gesellschaft hat die Tiefblick-Gesellschaft längst überrundet.
In der „taz“ erschien folgender Beitrag, der in den sozialen Medien rasch die Runde machte und x-Mal kommentiert wurde:

Es folgt: ein kleiner Nachrichtenüberblick der letzten Tage.
• Julia Klöckner will Burkas verbieten. Vollverschleierung steht für „ein abwertendes Frauenbild“, sagt sie. „Burka geht gar nicht“, findet auch Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion. „Dass Frauen sich nur komplett verhüllt im öffentlichen Raum bewegen dürfen, kann ich nicht akzeptieren.“ Wohlgemerkt: „dürfen“. Von „wollen“ kann nicht die Rede sein, das würde die betroffenen Frauen ja als Subjekte outen, und dann wär’s komplizierter.
• Kompliziert ist es auch mit der „Pille danach“. Was haben sie sich gesträubt bei der CDU, damit die Pille danach nicht rezeptfrei wird, und jetzt wird sie es doch, der EU sei Dank. Da ärgert sich Jens Smartieboy Spahn und twittert: „Wie wäre eigentlich ne ,Pille anstatt‘ statt einer ,Pille danach‘…? “ Ja, wie wäre das? Und wie wäre „Denken statt Twittern“ statt „Denken danach oder gar nicht“?
Weiter im Newsfeed.
• In Großbritannien gibt es neue Regeln für Pornos, die man per Video on Demand gucken kann. Diese dürfen jetzt bestimmte Sexpraktiken nicht mehr zeigen, unter anderem weibliche Ejakulation. Männliche Ejakulation bleibt erlaubt.
Nächste Nachricht:
• Die ungarische Polizei will Vergewaltigungen verhindern und dreht dafür ein Video, in dem sich junge Frauen in kurzen Röcken betrinken. Die Botschaft am Ende: „Du kannst etwas dafür, du kannst etwas dagegen tun.“
Und sonst so? Madonna zieht sich für das Magazin Interview aus. „Madonna wieder nackt: Muss das sein?“, fragt das Rolling-Stone-Magazin. Nö, weißte was, muss nicht.
Man kann das alles auch etwas kürzer zusammenfassen: Liebe Frauen, denkt bloß nicht, dass euer Körper euch selbst gehört. Euer Körper ist ein Kampfplatz mit Brüsten. Doch, klar sollt ihr euch hübsch machen. Denn ja, natürlich werdet ihr nach eurem Äußeren bewertet. Ja, natürlich mehr als Männer. Falls ihr eine Burka tragen wollt: bloß nicht! Zeigt mehr Haut! Falls ihr gerade nackt seid: Zieht euch gefälligst was an, ihr Schlampen!
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ihr intuitiv das Richtige tut. Eine meiner Lieblingstitelseiten hatte die InTouch vom letzten März: „Mager-Schock“ heißt es da über Heidi Klum und „Kilo-Frust: Sie wird immer dicker“ über Britney Spears, die ein Eis leckt. Die einen so, die anderen so, Hauptsache, falsch.
In der Öffentlichkeit essen sollt ihr sowieso nicht, jedenfalls nicht in der U-Bahn, sonst posten fremde Menschen von euch Fotos in der Facebookgruppe „Women who eat on tubes“ und 32.600 Leute lachen euch aus.
Diese Woche gab es wieder eine der berühmten „Victoria’s Secret“-Shows in London: Die besten Models der Welt präsentieren mit Engelsflügeln neue BHs und Schlüpper, und jedes Jahr träumen Tausende Mädchen davon, das auch zu dürfen. Scheiße, Mädels, hört auf zu warten. Sägt euch mit der Kettensäge Flügel aus Spanplatten oder schneidert euch welche aus leeren Pommespackungen und macht die ganze beschissene Welt zu eurem Laufsteg, denn für die allermeisten von euch wird Heidi nie ein Foto haben, und das ist etwas, worüber ihr echt froh sein könnt.(Ende des Zitates).
Das ist nur ein Auszug. Er zeigt aber, dass es bis zur Würde noch ein weiter Weg ist – in der so genannten Medienwelt und deren Objektivität der Betrachtung.
Es sind Begegnungen der dritten Unart in der medialen Welt und die Transparenz dient vornehmlich dem Voyeurismus und nicht der Empörung über Normen, die noch immer vorgegeben scheinen – von Blatt- und TV-Machern. –

Die derzeitige Diskussion anno 2015 über Adoptionen durch Paare, die nicht aus Frau und Mann bestehen, ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Gesellschaft immer noch durch den Alltagsfaschismus oktroyiert ist – ein Fortschritt im Denken für mehr Freiheit und Gleichheit und Selbstbestimmtheit ist nicht abzusehen.
Die Frau in der medialen Wirklichkeit: Noch immer ein durch den Männerblick gezeigtes Objekt der Begierde. Diese ist die dritte Unart – eine negative Ausgeburt der Transparenz der Frau. (WWL)
(Schluss)